Mai: was reif ist und was gebacken wird
Im Mai steht keine Hauptzutat aus der Ernte zur Verfügung. Dran sind die Grundrezepte, die ohne Frucht auskommen.
Der Mai liegt zwischen Lager und Ernte – hier zeigt sich, ob ein Grundrezept auch ohne Frucht trägt.
Was im Mai reif wird
Erdbeeren am Monatsende, sonst nichts, was hier verarbeitet wird.
Was im Vorrat liegt
Nichts Besonderes – der Mai ist der Monat, in dem die Grundrezepte ohne Frucht dran sind.
Worauf es in diesem Monat ankommt
Dampfnudeln brauchen keine Saison. Was sie brauchen, ist der richtige Topf: weit, schwer, dicht schließend. Ein Zentimeter Flüssigkeit, Deckel zu, und erst wenn es vom Blubbern ins Knistern wechselt, karamellisiert der Boden.
Beim Einkauf
Frische Hefe statt Trockenhefe, wenn erreichbar. Sie treibt schneller an und verzeiht kühle Küchen besser.
Was jetzt in den Vorrat geht
Nichts einzulagern, aber der richtige Monat, um den Vorratsraum zu leeren und auszulüften. Restliche Hutzeln und getrocknete Zwetschgen kommen jetzt weg, bevor die warme Luft ihnen zusetzt. Was übrig ist, wird über Nacht eingelegt und verbacken – im Sommer verliert Trockenobst schnell.
Der Fehler, den dieser Monat einlädt
Den Deckel zu heben. Dampfnudeln garen im geschlossenen Topf, und jedes Aufdecken lässt den Dampf entweichen, der sie oben weich hält. Wer nachsehen will, hört stattdessen hin: solange es zischt, ist Flüssigkeit da; wird es still und riecht nach Karamell, ist die Kruste fertig.
Was dazu gehört
Dampfnudeln kommen mit Vanillesauce oder Kompott auf den Tisch. Im Mai gibt es dafür nichts Frisches, also übernimmt der letzte Rest Zwetschgenmus, verdünnt mit etwas Wasser und einem Spritzer Zitrone gegen die Süße.
Mengen für diesen Monat
Zwölf Dampfnudeln passen in einen Topf von 28 Zentimetern. Sie brauchen nach dem Formen zwanzig Minuten Gare, dann etwa 25 Minuten im geschlossenen Topf. Die letzten fünf Minuten entscheiden über die Kruste, und dabei bleibt der Deckel zu.
Was dieser Monat vorbereitet
Der Mai ist der Wendepunkt: ab jetzt kommt wieder frische Ware. Die letzten Gläser vom Vorjahr werden aufgebraucht, die leeren ausgekocht und die Deckel geprüft. Wer im Juni Kirschen einkochen will, braucht sie in drei Wochen.
Danach backen
Passende Rezepte aus dem Archiv
8 Seiten der Sammlung arbeiten mit der Zutat, die im Mai im Mittelpunkt steht. Sie stehen unter ihren ursprünglichen Adressen.
Blue Marlin mit Kokossauce und Kumquats
Bouillabaisse: provenzalische Fischsuppe
Deep Dish Pizza: Pizza mit hohem Rand aus der Form
Fasnachtsküchle, schwäbische
Flädlessuppe: schwäbische Pfannkuchensuppe
Helle Soße auf der Basis einer Mehlschwitze / helle Einbrenne
Hutzelbrot mit getrockneten Birnen und Zwetschgen
Kirschenmichel: Auflauf mit Kirschen und Brötchen
Häufige Fragen
Welcher Topf ist der richtige?
Weit, schwer und mit dicht schließendem Deckel. Ein leichter Topf verliert Dampf am Rand, ein hoher lässt die Nudeln nicht nebeneinander liegen.
Wie viel Flüssigkeit gehört hinein?
Etwa ein Zentimeter – Milch, Wasser oder halb und halb, mit Butter und einer Prise Salz. Mehr, und die Kruste bildet sich nicht; weniger, und sie verbrennt.
Woran erkennt man, dass die Kruste fertig ist?
Am Geräusch und am Geruch. Das Zischen hört auf, wenn die Flüssigkeit verdampft ist; kurz danach riecht es nach Karamell. Dann sofort vom Feuer.
Süß oder salzig?
Beides ist üblich. In Schwaben werden Dampfnudeln oft salzig mit Kartoffelsalat gegessen; die süße Variante mit Vanillesauce ist die Mehlspeisenform.
Kann man Dampfnudeln aufwärmen?
Nur im Topf, mit einem Löffel Milch und Deckel. Im Ofen trocknen sie aus, in der Mikrowelle werden sie gummiartig und die Kruste verschwindet.
