Dezember: was reif ist und was gebacken wird
Reif im Dezember: Hutzeln, Trockenobst. Daran richtet sich, was in diesem Monat auf das Blech kommt.
Getrocknetes Obst zieht Wasser aus dem Teig; Hutzeln und Birnen darum einweichen und das Einweichwasser mitverwenden.
Was im Dezember reif wird
Nichts Frisches. Der Dezember arbeitet vollständig aus dem Vorrat.
Was im Vorrat liegt
Hutzeln, getrocknete Zwetschgen, Feigen, Nüsse, Anis.
Worauf es in diesem Monat ankommt
Trockenobst muss über Nacht einlegen – mindestens acht Stunden in Apfelsaft oder Most. Ohne diese Nacht bleiben die Hutzeln zäh und ziehen dem Teig Feuchtigkeit aus, während er backt.
Beim Einkauf
Echte Hutzeln sind getrocknete Mostbirnen und schmecken anders als Dörrbirnen aus dem Supermarkt. Wer sie nicht bekommt, nimmt mehr getrocknete Zwetschgen und weniger Zucker.
Was jetzt in den Vorrat geht
Der Dezember verbraucht, was seit August angelegt wurde. Trockenobst wird jetzt gesichtet: harte Hutzeln sind nicht verdorben, nur trocken, und stellen sich in warmem Apfelsaft wieder her. Nüsse werden geknackt, sobald sie gebraucht werden – geknackt lagern sie schlecht und werden ranzig.
Der Fehler, den dieser Monat einlädt
Trockenobst ohne Nacht im Saft zu verarbeiten. Es bleibt zäh und zieht dem Teig Feuchtigkeit aus, was das Hutzelbrot trocken und rissig macht. Acht Stunden in Apfelsaft oder Most sind das Minimum, eine ganze Nacht besser.
Was dazu gehört
Hutzelbrot wird dünn geschnitten und mit kalter Butter gegessen, nicht mit Sauce. Dazu ein Anistee oder ein Glas Most. Zum Hutzelbären dagegen gehört die Grießvanillesauce wie bei den anderen fünf.
Mengen für diesen Monat
Ein Hutzelbrot braucht 500 g Trockenobst auf 500 g Mehl – mehr Frucht als Teig, und genau das unterscheidet es von einem Früchtebrot. Es wird bei 170 °C etwa eine Stunde gebacken und darf danach drei bis vier Tage in Papier durchziehen. Der Teig ist dabei nur das Bindemittel: er hält die Frucht zusammen und soll sie nicht schmecken lassen. Wer mehr Mehl nimmt, bekommt ein Früchtebrot, und das ist ein anderes Gebäck.
Was dieser Monat vorbereitet
Der Dezember schließt den Kreis. Das Hutzelbrot hält sich in Pergament gewickelt mehrere Wochen und wird dabei besser, nicht schlechter. Was an Trockenobst übrig bleibt, geht in den Januar hinüber; was an Mus übrig ist, wird jetzt kontrolliert und nach Alter sortiert, damit im neuen Jahr das älteste Glas zuerst aufgeht. Wer den Kreis sauber schließen will, schreibt beim Einkochen das Datum auf den Deckel: im Dezember weiß sonst niemand mehr, welches Glas aus welchem September stammt.
Danach backen
Passende Rezepte aus dem Archiv
3 Seiten der Sammlung arbeiten mit der Zutat, die im Dezember im Mittelpunkt steht. Sie stehen unter ihren ursprünglichen Adressen.
Hirschkeule mit Semmelknödel und Preiselbeerbirne
Hutzelbrot mit getrockneten Birnen und Zwetschgen
Käsefondue: Rezepte und Käsemischungen
Häufige Fragen
Wie lange muss Trockenobst einlegen?
Mindestens acht Stunden, besser über Nacht, in Apfelsaft oder Most. Die Einlegeflüssigkeit wird danach mitverwendet – sie enthält das gelöste Aroma.
Was sind Hutzeln genau?
Getrocknete Birnen. In Süddeutschland auch der Name für getrocknetes Obst allgemein; im Hutzelbrot stecken meist Birnen, Zwetschgen und Feigen zusammen.
Warum wird Hutzelbrot erst nach Tagen geschnitten?
Weil es durchziehen muss. Frisch gebacken bröselt es und schmeckt nach Teig; nach drei bis vier Tagen in Papier gewickelt lässt es sich dünn schneiden.
Kann Anis weggelassen werden?
Er kann, aber dann fehlt das, was Hutzelbrot von einem Früchtebrot unterscheidet. Ein halber Teelöffel gemahlener Anis auf ein Kilogramm Teig reicht.
Wie lange hält Hutzelbrot?
In Papier gewickelt und kühl gelagert mehrere Wochen. Es wird dabei nicht schlechter, sondern fester und lässt sich immer dünner schneiden.
