Hutzelbrot mit getrockneten Birnen und Zwetschgen
Hutzelbrot ist ein Vorratsgebäck: mehr Frucht als Teig, gebacken im Dezember aus dem, was im Sommer getrocknet wurde. Der Teig hält die Frucht nur zusammen – er soll nicht herausschmecken.
24 Zutaten; 17 Arbeitsschritte.
Das Rezept gehört zur Gruppe Süße Mehlspeisen dieser Sammlung.

Zutaten
- 1000 g Mehl
- 300 g getrocknete Birnen
- 300 g Softpflaumen ( oder getrocknete Zwetschgen )
- 250 g getrocknete Feigen
- 100 g Sultaninen
- 100 g Datteln
- 100 g getrocknete Aprikosen
- 75 g Walnusskerne
- 75 g Haselnusskerne
- 75 g ganze geschälte Mandeln
- 50 g Zitronat
- 50 g Orangeat
- geraspelte Schale einer ungespritzten Zitrone
- 125 g Zucker
- 3 Päckchen Trockenhefe oder 1 ½ Würfel Frischhefe
- 2 Eier
- 2 EL Kirschwasser ( oder Zwetschgenwasser )
- ½ Tasse schwarzer Kaffee
- ¼ l Schnitzbrühe ( Kochwasser der Birnen )
- 2 EL Zimt
- 1 TL Salz
- je 1 TL Anissamen
- Nelken und Fenchel gemahlen
- 5 TL Lebkuchengewürz
Zubereitung
- Die Birnen, die Feigen und die Aprikosen am Vorabend mit Wasser bedeckt einweichen.
- Das Einweichwasser abgießen, das Einweichwasser auffangen.
- Die Birnen in einem Topf mit dem Einweichwasser und Wasser bedecken und 10 Min. kochen lassen.
- In der Brühe abkühlen lassen.
- Die Birnen in dicke Scheiben schneiden dabei die Stängel, das Kerngehäuse und den Blütenansatz entfernen. Die Datteln entkernen.
- Die Sultaninen mit heißem Wasser abbrausen.
- Die Feigen grob zerschneiden, dabei die Stiele entfernen. Die Aprikosen halbieren.
- Die Hefe in dem lauwarmen Kaffee auflösen, etwas Mehl und eine Prise Zucker zugeben und an einem lauwarmen Ort 10 - 20 Min. gehen lassen.
- (Bis die Hefe Schaum bildet) Mehl, Zucker, Eier, Zitronenschale und alle Gewürze in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und mit der Hefe zu einem möglichst festen Teig verkneten.
- Nach und nach alle Nüsse, dann die Trockenfrüchte, zuletzt die gut abgetropften Birnen und das Kirschwasser untermengen.
- Den Teig mit Mehl bestäuben und in der Wärme so lange gehen lassen bis das Mehl Risse zeigt (Als Zeichen dafür dass der Teig aufgegangen ist).
- Dann aus dem Teig drei Laibchen formen.
- Nochmals an einem warmen Ort 60 Min. gehen lassen.
- Mit einigen Mandelkernen verzieren und mit lauwarmer Schnitzbrühe bestreichen.
- Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C 60 Min mit Ober- / Unterhitze backen.
- Noch heiß nochmals mit der Schnitzbrühe bestreichen und mit Puderzucker bestreuen.
- Gut trocknen und abkühlen lassen.
Hinweise
- Vor den Anschneiden in Alufolie verpackt 3 Tage durchziehen lassen.
Die Nacht im Saft ist nicht optional
Getrocknete Birnen, Zwetschgen und Feigen müssen mindestens acht Stunden in Apfelsaft oder Most quellen, besser über Nacht. Ohne diese Nacht bleiben sie zäh und ziehen dem Teig beim Backen Feuchtigkeit aus, was das Brot trocken und rissig macht. Die Einlegeflüssigkeit wird danach mitverwendet: darin steckt das gelöste Aroma.
Warum es erst nach Tagen geschnitten wird
Frisch gebacken bröselt Hutzelbrot und schmeckt nach Teig. In Papier gewickelt und kühl gelagert zieht es drei bis vier Tage durch, wird fester und lässt sich dann dünn schneiden. Es hält so mehrere Wochen und wird dabei nicht schlechter, sondern besser. Ein halber Teelöffel gemahlener Anis auf ein Kilogramm Teig ist das, was Hutzelbrot von einem gewöhnlichen Früchtebrot unterscheidet.
Häufige Fragen
Was sind Hutzeln genau?
Getrocknete Birnen. In Süddeutschland auch der Sammelname für getrocknetes Obst; im Hutzelbrot stecken meist Birnen, Zwetschgen und Feigen zusammen.
Kann man Hutzeln selbst machen?
Ja: Birnen halbieren und bei 60 bis 70 °C mehrere Stunden im Ofen trocknen, die Tür mit einem Holzlöffel offen halten, damit die Feuchtigkeit entweicht.
Wie viel Frucht auf wie viel Mehl?
Etwa gleich viel, 500 g auf 500 g. Mehr Mehl ergibt ein Früchtebrot, und das ist ein anderes Gebäck.
Wie wird es serviert?
Dünn geschnitten mit kalter Butter, nicht mit Sauce. Dazu ein Anistee oder ein Glas Most.
