Marinierter Spinat mit Orangen-Dipp
Blattspinat muss nicht gekocht werden. Jung geerntet und roh mariniert bleibt er zart und behält seine Farbe; der Orangen-Dipp nimmt die leichte Bitterkeit des Blattes auf, statt sie mit Sahne zu überdecken.
Die Mengen sind für 4 Portionen als Vorspeise angelegt: 11 Zutaten, 6 Arbeitsschritte, 20 Minuten Ziehzeit. Das Rezept gehört zur Gruppe Rezepte dieser Sammlung.

Zutaten
- 400 g junger Blattspinat
- 2 unbehandelte Orangen
- 1 Schalotte
- 1 TL mittelscharfer Senf
- 3 EL Olivenöl
- 1 EL Weißweinessig
- 150 g Naturjoghurt
- 1 TL Honig
- Salz
- schwarzer Pfeffer aus der Mühle
- 30 g geröstete Pinienkerne
Zubereitung
- Den Spinat verlesen, dicke Stiele entfernen und in mehreren Wassern waschen, bis kein Sand mehr im Becken bleibt. Gründlich trocken schleudern – nasse Blätter nehmen die Marinade nicht an.
- Eine Orange heiß abwaschen, die Schale fein abreiben und beiseitestellen. Beide Orangen auspressen; der Saft beider Früchte ergibt etwa 150 ml.
- Die Schalotte fein würfeln und mit dem Essig, dem Senf und der Hälfte des Orangensaftes verrühren. Salzen, pfeffern, dann das Olivenöl langsam einrühren.
- Den trockenen Spinat mit der Marinade mischen und mindestens 20 Minuten ziehen lassen. Die Blätter fallen dabei zusammen und werden zart, ohne zu zerfallen.
- Für den Dipp den Joghurt mit dem restlichen Orangensaft, der abgeriebenen Schale und dem Honig verrühren und abschmecken.
- Den Spinat auf Teller geben, den Dipp daneben setzen und die Pinienkerne darüber streuen.
Hinweise
- Nur junger Blattspinat eignet sich rohmariniert. Älterer Spinat bleibt zäh und schmeckt metallisch; er will blanchiert werden.
- Der Dipp hält im Kühlschrank zwei Tage, der marinierte Spinat nicht – er zieht Wasser und wird wässrig.
Nur junger Blattspinat
Ältere Blätter mit dickem Stiel bleiben auch nach dem Marinieren zäh und schmecken metallisch. Junger Spinat wird verlesen, in mehreren Wassern gewaschen, bis kein Sand mehr im Becken bleibt, und danach trocken geschleudert. Nasse Blätter verdünnen die Marinade, und sie haftet nicht mehr am Blatt. Babyspinat aus der Tüte ist die verlässlichste Wahl – auch er muss gewaschen und vor allem gründlich getrocknet werden.
Erst kurz vor dem Essen mischen
Salz und Säure ziehen Wasser aus dem Blatt. Zwanzig Minuten sind das Maximum: danach fällt der Spinat zusammen und liegt in seiner eigenen Flüssigkeit. Der Dipp wird deshalb getrennt angerichtet und nicht untergemischt. Und die Orange ist hier nicht beliebig – sie bringt Säure und Süße zugleich, während Zitrone allein das rohe Blatt metallisch wirken lässt.
Was dazu passt
Geröstete Pinienkerne und ein Stück Brot, mehr nicht. Als Vorspeise vor einem schweren Hauptgang ist der Salat richtig platziert; als eigenständiges Gericht fehlt ihm der Sattmacher.
Welche Orange für den Dipp
Eine Saftorange, keine Navel. Navelorangen enthalten Limonin, das im Saft nach kurzer Zeit bitter wird – im Dressing schmeckt man das nach einer Viertelstunde deutlich. Blutorangen gehen ebenfalls und geben dem Dipp Farbe, sind aber süßer, sodass der Essig entsprechend nachgezogen werden muss. Ausgepresst wird frisch: Saft aus der Packung ist pasteurisiert und hat die Frische verloren, auf die dieses Dressing gebaut ist.
Häufige Fragen
Kann man tiefgekühlten Spinat verwenden?
Für dieses Rezept nicht. Tiefgekühlter Spinat ist blanchiert und gibt beim Auftauen Wasser ab; die Marinade verdünnt sich und die Blätter halten keine Form. Roh mariniert funktioniert nur frischer junger Blattspinat.
Warum muss der Spinat trocken sein?
Öl und Wasser mischen sich nicht. Bleibt Waschwasser an den Blättern, legt sich die Marinade nicht an, sondern sammelt sich am Schüsselboden.
Welche Orangen passen?
Saftorangen mit dünner Schale. Für den Abrieb muss die Frucht unbehandelt sein, weil die Schale mitverwendet wird.
Wie lange soll der Spinat ziehen?
Zwanzig Minuten genügen, eine Stunde ist die Obergrenze. Danach wird das Blatt durchsichtig und der Salat verliert seinen Biss.
