Ofenschlupfer mit Weißbrot und Äpfeln
Der Ofenschlupfer ist die schwäbische Antwort auf altbackenes Brot: geschichtet, mit einer Eiermilch getränkt und im Ofen zur Creme gestockt. Er gehört zu den Mehlspeisen, die in Süddeutschland als Hauptgericht auf den Tisch kommen, nicht als Nachtisch.
Die Mengen sind für 4 Portionen angelegt; 12 Zutaten; 14 Arbeitsschritte.
Das Rezept gehört zur Gruppe Süße Mehlspeisen dieser Sammlung.

Zutaten
- 6 alte Wecken (Brötchen)
- 2 säuerliche Äpfel (800 g)
- Saft einer halben Zitrone
- 50 g Zucker
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 50 g Rosinen
- 50 g Mandelblättchen
- 2 Eier
- 500 ml Milch
- 1 Prise Salz
- 1 Prise Zimt
- Butter zum Ausfetten der Auflaufform
Zubereitung
- Die Wecken (Brötchen) in 1 cm dicke Scheiben schneiden.
- Die Äpfel waschen, schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und in dünne Scheiben schneiden.
- Sofort mit dem Zitronensaft beträufeln.
- Den Backofen auf 180 ° C Ober- Unterhitze vorheizen.
- Eine passende Auflaufform mit Butter ausfetten.
- Die Milch mit den Eiern, Zucker, Vanillezucker, Salz und Zimt mit dem Handrührgerät schaumig schlagen.
- In die Auflaufform eine Lage Wecken legen.
- Darauf eine Lage Apfelscheiben geben und Rosinen und Mandelblättchen darauf streuen.
- Das Ganze wiederholen bis die Zutaten aufgebraucht sind.
- Die letzte Lage müssen Wecken sein.
- Die Eiermilch darüber gießen und etwas stehen lassen bis die Wecken durchweicht sind.
- Die Ofenschlupfer bei 180 ° C mit Ober- Unterhitze 45 Min. backen.
- Rechtzeitig mit Backpapier oder Alu-Folie abdecken, damit die Ofenschlupfer nicht zu braun werden.
- Dazu kann man Vanillesoße servieren.
Hinweise
- Dies ist ein Rezept für die Resteverwertung.
- Es können alte Wecken, aber auch alter Hefezopf verwendet werden.
- Bei der Verwendung von altem Hefezopf entfällt die Zugabe von Rosinen und Mandeln.
- Allerdings - typisch schwäbisch ist die Verwendung Morgenkaffee. Dessert
Warum altbackenes Brot
Frisches Weißbrot saugt die Eiermilch nicht auf, sondern zerfällt darin. Brot vom Vortag hat Feuchtigkeit verloren und nimmt die Flüssigkeit langsam auf, sodass die Schichten erhalten bleiben. Wer nur frisches hat, schneidet es in Scheiben und trocknet sie bei 100 °C zwanzig Minuten im Ofen. Ein Hefezopf vom Vortag ist die beste Variante: er ist süßer und fester als Weißbrot und hält die Form auch nach vierzig Minuten im Ofen.
Das Verhältnis, an dem alles hängt
Auf 500 g Gebäck gehören etwa vier Eier und ein halber Liter Milch. Weniger, und die Masse bleibt trocken; mehr, und sie stockt nicht durch. Der Apfel entscheidet den Rest: eine mehlige Lagersorte zerfällt und bindet, eine festkochende bleibt in Stücken. Beides ist richtig, nur ergibt es zwei verschiedene Ergebnisse. Und die gefüllte Form braucht zwanzig Minuten Ruhe, bevor sie in den Ofen geht – sonst stockt die Eiermilch obenauf, während das Brot darunter trocken bleibt.
Die Form und die Backzeit
Sechs Wecken und 800 g Äpfel füllen eine Auflaufform von etwa 20 x 30 cm. Flacher geschichtet trocknet der Auflauf durch, höher geschichtet bleibt die Mitte feucht, während die Oberfläche schon dunkel ist. Gebacken wird bei 180 °C rund 45 Minuten; die letzten zehn Minuten entscheiden über die Kruste. Wird sie zu früh dunkel, kommt Folie darüber. Fertig ist der Schlupfer, wenn die Eiermilch gestockt ist – ein Messer in der Mitte kommt sauber heraus. Serviert wird er warm, nicht heiß: abgekühlt auf Handwärme schneidet er sauber und schmeckt runder.
Häufige Fragen
Welches Brot ist das richtige?
Weißbrot oder Hefezopf vom Vortag. Vollkorn und Sauerteig bringen zu viel Eigengeschmack mit und werden in der Eiermilch schwer.
Warum wird der Auflauf innen wässrig?
Weil die Frucht Saft zieht. Äpfel erst kurz vor dem Schichten schneiden, Sauerkirschen und Zwetschgen gut abtropfen lassen, und die Form nicht randvoll füllen.
Lässt er sich vorbereiten?
Ja. Am Vortag gebacken und bei 150 °C aufgewärmt wird er fester und schnittfester, verliert aber die weiche Oberfläche.
Was gehört dazu?
Vanillesauce ist üblich, ungesüßte Sahne oder ein Löffel Sauerrahm passen besser – die Masse bringt genug Süße mit.
