Schwäbische Küche

 
 

Aalen

 
         
       
         
 

Vesper ( sprich Veschber )

Die "Zwischenmalzeit" der Schwaben gibt es am Vormittag ( 9:00 Uhr )
und am Abend. Das Vesper ist uns Schwaben "heilig". Ein Auszug aus
einem Gedicht verdeutlicht das :
D'r Schwob

Guat isch d'r Schwob, wia seltan oiner,
an Gmütatsruah übertifft en koiner,
empfendlich isch er wahrlich net,
au wenn er älla Grond oft hätt'!

Bloß ois, des kan ner net vertraga,
zur Warnong will e's jedem saga:

Er wird ganz narret ond empört,
sobald mer 'n an sei'm Veschper schtört!

Danke lieber Rudi für das Gedicht!

Schwaben - wer sind eigentlich Schwaben?

Wenn Sie als "Nichtschwabe" eine kleine Orientierung möchten - hier klicken -

 

 
 

Briegel mit Briegelschmiere überbacken
Briegel überbacken mit Räucherlachs
Dätscher
Schwäbischer Kartoffelsalat

( Dazu am Abend noch ein Paar Saitenwürste,
eine Bratwurst oder ein Fleischküchle )

Gurkengemüse
Jägerkraut (vom Filderkraut)
Jäger-Maultäschle auf Salat
Kartoffel-Fleischküchle
Katzagschroi
Krautspätzle
Leberspätzle mit Salat
Luckeleskäs
Lumpasupp
Ochsenmaulsalat

Romadur auf Schwarzbrot überbacken
Romadur-Salat
Saure Bohnen
Saure Kartoffelrädle
Saurer Backstoikäs
Saurer Käs
Salzkuchen

( wird traditionell im Brotbackofen gebacken
- mit unserem Rezept gelingt er auch im Backofen )

Schwäbischer Wurstsalat
Seelen mit Limburger überbacken
Tellersulze
Zwiebel-Apfelkuchen
Zwiebelkuchen

( Neuer Wein und Zwiebelkuchen gibt es traditionell im Herbst )

Ludwig Aurbacher behauptet in seinen
"Die Sieben Schwaben" daß die Schwaben fünfmal am Tag essen. Das Vesper um 9 Uhr läßt keiner ohne Not aus. Aber - an Werktagen - fällt das nachmittägliche Vesper meist mit dem Abendessen zusammen, so sind es nur vier. Am Sonntag dagegen darf der Nachmittagskaffee nicht fehlen - da isst man dann fünf mal.

 
             
   
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Ostalb

 
             
 

Suppen

Zu einem richtigen "Sonntagsessen" gehört beim Schwaben
unbedingt eine Suppe.

Brätspätzle oder Brätknöpfle in Brühe
Brennte Mehlsupp
Brotsuppe gschmälzte (Mitternachtssuppe)
Butterklößchensuppe
Flädlessuppe
Grießklößchensuppe
Hirnsuppe
Hühnersuppe mit Spätzle
Jägersuppe
Kartoffelsuppe
Laugenbrezel - Suppe
Maultaschensuppe
Metzelsuppe
Mostsuppe mit viel Gemüse
Riebelesuppe
Sauerampfersüpple
Schneckensuppe ( badische )
Spargelcremsuppe

Eben dieser Herr Aurbacher behauptet auch, daß die Schwaben fünfmal am Tag Suppe essen. Das stimmt gewiss nicht, aber ein richtiges "Sonntagsessen" ist ohne Suppe undenkbar.

 

 
             
 

Eintöpfe

Gaisburger Marsch
Saure Kutteln
Linsen mit Spätzle und Saitenwürstle = LSS oder "S' Ällergröschde"

   
             
 

Aus Mehl oder Kartoffeln

.. macht die schwäbische Hausfrau feine Sachen.
Allem voran die geliebten Maultaschen.

Schwäbische Maultaschen

und was man damit "zaubern" kann haben wir auf einer extra

- Maultaschenseite

- zusammengestellt.

Spätzle
Knöpfle aus Spätzleteig
Käsespätzle
Gefüllte Semmelschnitten
Hefekloß
Hefeknöpfle
Rohrnudeln, Dampfnudeln
Flädle ( Pfannkuchen )
Gefüllte Flädle - überbacken
Spargel im Kräuterflädle
Kartoffelpuffer
Scheiterhaufen
Schneiderfleck
Schupfnudeln mit Sauerkraut
Schwäbische Krautkrapfen
Griebenschnecken
Schlanganker oder Sperrknecht ( überbackene Kartoffelnudeln )
Heuberger Kartoffelrollen
Weckknödel

Ein anderer "Schwabenkenner" hat behauptet :
"Der echte Schwabe hat Montags Nudele, Dienstags Hutzle, Mittwochs Knöpfle, Donnerstags Spätzle, Freitags gedämpfte Grundbirn, Samstags Pfannkuchen und Sonntags Brätle und Salätle."

Das kann nicht sein - wann würden dann die vielen anderen leckeren Gerichte aus Mehl oder Kartoffeln auf den Tisch kommen ?

Grundbirn oder Grommbira heißen die Kartoffeln bei uns. Arg beliebt waren diese ursprünglich nicht. Vor allem die "Salzkartoffeln" haben die echten Schwaben doch lieber den "Reigschmeckte" überlassen. Als Kartoffelsalat - oder mit Mehl vermischt und zu Schupfnudeln verarbeitet sind sie auf dem Speisezettel sehr willkommen.

 

 
             
 

Hauptgerichte und "Sondigs-Essa"
( Sonntags-Essen )

Aalener Spitzärschle
Eingemachtes Kalbfleisch im Blätterteigpastetchen
Forellen in Folie
Jägerrahmschnitzel / Jägerschnitzel
Kalbslendchen in Morchelrahm
Kalbsvögerl
Kalbsvögerl nach einem alten Rezept mit Ei gefüllt
Krautrouladen vom Filderkraut
Krautrouladen vom Filderkraut sauer
Leberklöße, schwäbisch auf Sauerkraut
Rosenkohl-Spätzle-Pfanne
Saure Schweinenierle
Schäufele mit Kartoffelknödel und Sauerkraut
Schwäbischer Rostbraten
Wildschweinragout mit Schlehensoße
Zwiebelrostbraten (andere Variante mit Röstkartoffeln und Zwiebelsoße)

Das eigentliche "Sonntagsessen" der Schwaben ist ein gemischter Braten aus Schweinebraten und Rinderbraten. Dazu viel Soße, Spätzle oder Knöpfle, ein Kartoffelsalat und ein grüner Salat.

Wenn am Sonntag die Hausfrau den ganzen Vormittag in der Küche geschuftet hat und das Essen wirklich gelungen ist - viel Lob kann sie nicht erwarten. Fragt sie Ihren Mann :
" Hat's geschmeckt ? "
Da gibt es mehrere mögliche Antworten :
"Net gschempft isch globt gnuag."
oder :
" Ha wenn's net gschmeckt häd, hätt i scho was gsagt. "

Auch die Bedienung in der Gastwirtschaft fragt eher "War's recht ?" Denn auf die Frage obs "gschmeckt" hätte, gibt es auch die wenig höfliche Antwort :
"Wenns scho gschmeckt häd, hätt i's nimmer g'essen." ( "Schmecken" tut's auch wenn es schon verdorben ist. )

Ob es dem Schwaben geschmeckt hat, läßt er der Hausfrau daran erkennen, daß er sich das Teller mindestens ein zweites Mal füllen läßt.

Ha - so send mer halt!

 
             
 

Backwaren und Dessert

Anisbrot
Apfelküchle
Apfelsorbet
Briegel
Fasnachtsküchle
Feines Hutzelbrot, Schnitzbrot ( Früchtebrot )
Hefezopf
Hefezopf nach einem Rezept von Evelyn
Käsekuchen
Kaffeeküchle
Kartäuserklöße
Kartoffel-Pizza
Laugenbrezel
Nonnenfürzle
Ofenschlupfer
Quark-Gugelhupf
Schneckennudeln
Schwarzwälder Kirschtorte
Seelen
Springerle, typisches Weihnachtsgebäck
Träubleskuchen (Johannisbeerkuchen mit Baiser
Zimtsterne - Weihnachtsgebäck
Zwetschgen - Kuchen ( vom Blech )
Zwiebelkuchen

Das Backen - so sagt man - hätten die Schwaben nur erfunden weil sie so sparsam sind. Sie wollten die Hitze beim Anheizen des Brotbackofens ausnutzen. Naja - eine gewisse Vorliebe für Blechkuchen (Kuchen vom Blech) ist schon vorhanden.

 
   
 

Wer zählt eigentlich zu den Schwaben ?

Eine kleine Geschichte vorweg - und gleichzeitig ein Geständnis :
Geboren bin ich in Bayern. Als ich 10 Jahre alt war, fand mein Vater Arbeit in Baden-Württemberg. Das bedeutete - Umziehen - zu den Schwaben. Wegen dem neuen Schuljahr mußte meine Mutter Schulbücher kaufen. Sie hat die Lehrerin gefragt, ob ich die Bücher auch nach dem Umzug zu den Schwaben noch verwenden könnte. Natürlich, hat die Lehrerin gesagt, Schwaben gehört ja auch zu Bayern.

Sprachlich gesehen hatte sie ja recht, die bayerischen Schwaben sprechen einen schwäbischen Dialekt, aber bayerische Schulbücher gelten in Baden-Württemberg nicht. Andererseits - man sollte einen Badenser aus Freiburg nicht als Schwabe bezeichnen, er wohnt zwar in Baden-Württemberg, aber er spricht nicht schwäbisch und zählt sich zu den Badischen und uns zu den Unsymbadischen. Ich habe mal ein paar Jahre in Villingen gearbeitet. Damals kam gerade die Gemeindereform - und man hat - man glaubt es kaum - Villingen und Schwenningen zu Villingen-Schwenningen "vereint". War das ein Geschrei! Villingen die Badener mit den Schwenningern den Schwaben in einen Topf zu werfen ! Ich kannte viele, die haben ihr Auto 30 Jahre gefahren, nur um das Nummernschild behalten zu dürfen! Als zu dem Stuttgarter Äffle und dem Pferdle der badische Pudel hinzu kam hat so mancher Schwabe den Sender nicht mehr eingeschaltet!

Dabei stammen doch die Badenser, die bayerischen Schwaben und sogar einige Schweizer und Elsäßer von den Alamannen ab, haben also einen gemeinsamen Stammbaum.

Wer kennt nicht den Spruch : "Wir können alles - außer Hochdeutsch" - ein Widerspruch in sich - denn der Spruch ist hochdeutsch.
Bescheidenheit ist keine typisch schwäbische Tugend. Warum auch? Die Schwaben haben der Wissenschaft auf die Sprünge geholfen, die Planetenbewegung (Kopernikus) und die Relativitätstheorie (Einstein) entdeckt, das Fernrohr, die mechanische Rechenmaschine, die Mundharmonika und das lenkbare Luftschiff erfunden. (Und die Kehrwoche)

Der Schiller und der Hegel
Der Uhland und der Hauff
Das ist bei uns die Regel
Das fällt uns gar nicht auf.
Wie gesagt - Bescheidenheit ist nicht direkt eine schwäbische Tugend.

Schwäbische Küche

Zwei Produkte der schwäbischen Küche sind auch außerhalb des Schwabenlandes bekannt. Die Spätzle und die Maultaschen. Die Spätzle gehören unbedingt zum Schwäbischen Nationalgericht LSS (Linsen, Spätzle, Saitenwürscht) aber auch sonst sind sie nicht zu entbehren. Der Schwabe hat gerne viel Soße zum Braten - und nichts nimmt die Soße besser auf als Spätzle! (Vielleicht Hefeknöpfle?)

Auch die Maultaschen werden von Nichtschwaben unterschätzt. In einem unliebenswürdigen (bleichen) Gewand verbirgt sich ein delikater Kern. Maultaschen sind ein Beweis des Erfindungsreichtums der Schwaben. Maultaschen sind ein typisches Freitagsgericht - als sich gute Katoliken noch an das freitägliche Fleischverbot halten sollten. Die Fleischfüllung wurde im Nudelgewand versteckt. Darum heißen sie im Volksmund auch "Herrgottsbscheißerle". Die Füllung der echten Maultaschen variiert - mal mit, mal ohne Spinat. Hackfleich und Brät gehört hinein. Gefüllt mit Lachs oder anderem sollten sie nicht mehr Maultaschen heißen. Soviel an dieser Stelle zur schwäbischen Küche.

Max

 
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