Der Stempel auf dem Ei ...
gibt Auskunft über die Herkunft. Ab Juli 2005 muss auf jedem Ei
der so genannte
Erzeugercode aufgedruckt sein.
Die erste Ziffer :
0 - bedeutet "Biohaltung"
Was ist biologische Haltung?
- Die Legehennen müssen in traditioneller Auslaufhaltung gehalten
werden.
- Die zur Verfügung stehende Auslauffläche muss 4qm pro Legehenne
betragen,
was wahrscheinlich den zukünftigen Vorschriften für die Freilandhaltung
entspricht.
Der Stall muß so beschaffen sein, dass die Legehennen scharren und
sandbaden
können, sowie Nester für das Eierlegen zur Verfügung haben.
Entsprechende Ein- und Ausflugklappen müssen einen ungehinderten
Zugang zur
Freilandfläche sicherstellen. Pro Stall dürfen max. 3000 Legehennen
bei max. 6 Hennen pro m² gehalten werden.
Die Nachtruhe muss mindestens 8 Stunden ohne künstliches Licht betragen.
Das Schnabelstutzen und das Beschneiden der Flügel ist nicht erlaubt.
Die Hühner dürfen nur mit ökologischen Futtermitteln gefüttert
werden. Die Beimischung von konventionellen
Futtermitteln ist während einer Übergangszeit bis zum
24. August 2005 möglich. Einzuhaltende Bedingungen
für die Beimischung von konventionellem Futter:
Max. 20 % der Trockenmasse, wenn nicht aus ökologischer Erzeugung
verfügbar.
- Der vorbeugende Einsatz von chemisch-synthetischen allopathischen Arzneimitteln
oder von Antibiotika ist verboten.
- Phytotherapeutische Erzeugnisse, homöopathische Erzeugnisse sowie
Spurenelemente
sind chemisch-synthetischen allopathischen Tierarzneimitteln oder Antibiotika
vorzuziehen, sofern sie tatsächlich eine
therapeutische Wirkung auf die zu behandelnde Krankheit haben.
- Der Einsatz von Hormonen ist verboten; jedoch im Fall einer therapeutischen
tierärztlichen Behandlung einzelner Tiere erlaubt.
- In einer Legeperiode dürfen max. 3 Behandlungen mit chemisch-synthetischen
allopathischen Arzneimitteln oder Antibiotika
(außer Impfungen und Parasitenbehandlungen) durchgeführt werden.
Sonst ist eine Vermarktung als Öko-Ware bis zur erneuten
Einstallung nicht mehr möglich.
- Bei ausnahmsweisem Einsatz von chemisch-synthetischen allopathischen
Tierarzneimitteln oder von Antibiotika ist doppelte
Wartezeit vorgeschrieben. Wenn keine Wartezeit angegeben ist, sind mindestens
48 Stunden einzuhalten.
- Der Einsatz von Arzneimitteln und Antibiotika ist exakt zu dokumentieren
(Mittel, Wirkstoff, Diagnose, Art der Verabreichung,
Dauer der Behandlung, gesetzliche Wartezeit)
1 - bedeutet Freilandhaltung
Was ist Freilandhaltung?
- wenn den Hühnern zusätzlich zum Stall ein uneingeschränkter
Auslauf ins Freie ermöglicht wird,
- wenn die Auslauffläche den Hühnern durch geeigneten Bewuchs
Unterschlupfmöglichkeiten bietet,
- und mit mindestens 4 m2 Auslauffläche pro Huhn, Außeneinzäunung
der Auslauffläche
in denen für die Stalleinrichtung die selben strengen Anforderungen
gelten wie bei der kontrollierten Bodenhaltung (s.u.)
- mit mindestens 6 Stunden Auslauf pro Tag
- mit maximal 150 m Entfernung der Auslauffläche vom Stall, bei ausreichender
Anzahl von Unterschlupfflächen und Tränken bis 350 m.
2 - bedeutet Bodenhaltung
Was ist Bodenhaltung?
- Eine Haltung mit maximal 9 Hühnern pro m2 Nutzfläche,
- Bei der die Hühner den gesamten Stallraum auf einer bis maximal
3 Ebenen nutzen können,
- Bei der die Ställe mit frei zugänglichen Futterstellen und
Nestern, Sitzstangen und einem Scharraum ausgestattet sind,
- Bei der Stroh, Sand, Torf oder ein anderes natürliches Material
als Einstreu für den Scharraum verwendet wird,
- Eine Haltung in Ställen mit Tageslicht (ist bei KAT für Neubauten
vorgeschrieben).
3 - bedeutet Käfighaltung
Seit dem 1. Januar 2010 dürfen deutsche Landwirte keine Eier mehr mit Hühnern in Käfighaltung produzieren. Schaut man genauer hin, hat man das Gesetz jedoch konterkariert. Aus der unerlaubten Käfighaltung wurde die sogenannte Kleingruppenhaltung als Mindeststandard festgelegt.
Käfig wird zur Kleingruppe
Bei Käfighaltung wurden vier bis sechs Hennen in einem Käfig mit 0,55 Quadratmetern Platz pro Tier gehalten. Für jedes Huhn etwas weniger als ein Din-A4 Blatt Platz. Bei der neuen Kleingruppenhaltung hat eine Henne 0,8 Quadratmeter, also eine Fläche von etwa fünf EC-Karten mehr als vorher. In dieser neuen Haltungsform muss außerdem eine Sitzstange, ein Legenest und Einstreu für jedes Tier vorhanden sein. Das alles gab es in der herkömmlichen Käfighaltung nicht.
Tierschützer kritisieren allerdings auch diese Haltungsform. Der Begriff „Kleingruppe“ sei nur ein beschönigendes Wort für Legebatterie, da die Tiere kaum mehr Platz hätten und unter ähnlich schlimmen Bedingungen gehalten würden. Vor allem die Größe des Sandbades und des Nestes werden bemängelt. Aus diesen Gründen hat die Kleingruppenhaltung die gleiche Kennziffer wie zuvor die Käfighaltung, nämlich die 3. Diese ist auf dem Eierstempel zu sehen.
Ab 1. Januar 2012 sollte EU-weit die Käfighaltung von Hühnern, die sogenannten Legebatterien abgeschafft werden. Doch wie es aussieht machen die meisten Länder nicht mit. In einer Fernsehsendung wurden Frankreich, Italien und die Osteuropäischen Länder genannt.
Wer also vermeiden möchte, dass er Eier aus der inzwischen in Deutschland verbotenen Käfighaltung kauft, sollte auch noch auf das Buchstabenkürzel DE achten.
Aber! Auf Umwegen kommen die Käfigeier doch zum Verbraucher!
Rund 70 Prozent der in Deutschland verwendeten Eier kommen noch aus Käfighaltung.
Der Grund: Die Lebensmittelindustrie kauft diese günstigeren Eier aus dem In- und Ausland und verarbeitet sie zu Fertigei, Nudeln, Fertigkuchen oder auch Süßigkeiten. Über diesen Weg landen Eier aus Käfig- oder Kleingruppenhaltung also doch bei den Verbrauchern auf dem Teller.
Das Buchstabenkürzel gibt das Herkunftsland an :
AT - Österreich
BE - Belgien
CZ - Tschechische Republik
DE - Deutschland
DK - Dänemark
ES - Spanien
FI - Finnland
FR - Frankreich
GR - Griechenland
HU - Ungarn
IE - Irland
IT - Italien
LU - Luxemburg
LT - Litauen
LV - Lettland
NL - Niederlande
PL - Polen
PT - Portugal
SE - Schweden
SI - Slowenien
UK - Vereinigtes Königreich
Die folgende Zahlenkombination :
DE 06 Hessen
DE 07 Rheinland-Pfalz
DE 08 Baden-Wüthemberg
DE 10 Saarland
Die letzten vier Ziffern stehen für den Legebetrieb und den Stall.
Mit dieser lässt sich das Ei bis zu dem Stall zurückverfolgen,in
dem es gelegt wurde.
Auf der Packung oder auf einem Schild
neben lose angebotenen Eiern.
Güteklasse :
Im Handel befinden sich fast nur Eier der Güteklasse A :
Frisch, sauber, unverletzt, normal geformt.
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