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Rezepte
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Senf
Wir sagen Senf - und meinen die Senfpaste, die aus den
gemahlenen Senfkörnern hergestellt wird. Wußten Sie, daß
die Senfkörner eigentlich der Samen einer wilden Kohlart ist? Es
gibt verschiedene Senfsorten. Die bekanntesten sind der gelbe Senf (Sinapis
alba) und der schwarze Senf (Brassica nigra). Die schwarze Sorte ist wesentlich
schärfer als die gelbe. Durch die Auswahl und das Verhältnis
von weißem zu schwarzem Senf, den Mahlgrad der Körner und den
verwendeten Most oder Essig, entstehen ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen
und Konsistenzen. Durch weitere Zutaten (das Geheimnis der Senfhersteller)
entstehen weitere Geschmacksnuancen zwischen süßlich mild,
würzig und sehr scharf.
Die Senfkörner wachsen in kleinen Schoten auf Pflanzen,
die bis zu einem Meter hoch werden können. Damit die kleinen runden
Körner beim Ernten nicht aus den trockenen Schoten fallen, muß
man sehr vorsichtig vorgehen. Gemäht werden die Senfpflanzen deshalb
frühmorgens, so lange sie noch mit Tau bedeckt sind. Die Schärfe
des Senfes kommt durch das Senföl, das nicht nur für den scharfen
Geschmack des Senfes, sondern auch für seine heilende Wirkung verantwortlich
ist. Dieses Senföl bildet sich allerdings erst, wenn das Mehl des
gemahlenen Senfkornes mit Wasser vermischt wird. In diesem ätherischen
Öl ist es das Glykosid Sinalbin, das die heilende Wirkung und den
scharfen Geschmack bewirkt.
Traubensenf aus roten Trauben
Der Senf basiert auf ausgesuchten Roten Trauben, die entkernt, gekocht
und anschließend noch durch ein Sieb gestrichen werden. Allein der
natürliche Traubengehalt verleiht dem Most eine intensive Süße.
Ihm werden gemahlene Senfkörner, Essig und Gewürze untergemischt.
Die Verwendung von Traubenmost zur Senfherstellung ist
nicht außergewöhnlich. Das Senfpulver wurde schon immer mit
Traubenmost zur Senfpaste verarbeitet. Daher auch der französische
Name Moutarde ( von mostarde ) von dem sich auch die - regional noch gebräuchlichen
Namen- Mostrich oder Mostert ableiten. Das Besondere an diesem Senf ist
die Verwendung von roten Trauben - und der besonderen Rezeptur, die wir
Papst Clemens VI und dem Likörhaus Denoix verdanken.
Papst Clemens VI
Der aus dem Corrèze stammende Papst Clemens
VI ließ den Senf für sich zubereiten. Er war von dieser
Spezialität derart begeistert, dass er sich regelmäßig
eine größere Menge in seine Residenz liefern ließ. Seine
Abbildung ziert die Rückseite des Senfglases.
Papst Clemens VI ist etwa 1290 im französischen
Corrèze geboren und war von Mai 1342 bis bis zum 6. Dezember 1352
Papst der katholischen Kirche. Papst der katholischen Kirche ?
- Das ist doch selbstverständlich ? Nicht ganz, denn gerade zu dieser
Zeit gab es auch sogenannte Gegenpäpste, zum Beispiel war Papst Clemens
VII von 1378 bis 1394 ein Gegenpast und residierte in Avignon.
Das Likörhaus Denoix
Der violette Senf war Ende der 50er Jahre in Vergessenheit
geraten, 1986 nahm das Likörhaus Denoix die Produktion des Moutarde
Violette wieder auf.
Achten Sie auf die in unseren Bildern gezeigten Gläser.
Nur dieser ist der echte "Papstsenf". Aus der Region
Corrèze - und sonstwoher - kommen auch andere violette Senfe. Diesen
fehlt meist der ausgewogene, feine Geschmack, teilweise ist der Traubenmost
nicht durch das Sieb gestrichen, so daß Traubenkerne den Genuß
stören.
Brive la Gaillarde
Der Senf stammt aus Brive la Gaillarde in der französischen
Region Corrèze (Departement 19). Diese Region liegt im Limousin
- wo die berühmten Limousin - Rinder her kommen. Brive liegt am Fluß
Corrèze, etwas flußaufwärts liegt Tulle mit seinem
sehenswerten Maison de Loyac. Südlich von Brive fließt die
Dordogne vorbei, die vor allem für Kanuwanderer und Flugangler
zu empfehlen ist. An der Dordogne liegt auch Beaulieu-sur-Dordogne, eine
Stadt, die sich ganz der Erdbeere verschrieben hat und jedes Jahr
im Mai ein riesiges Erdbeerfest ausrichtet. Entlang der Dordogne, die
nach Westen fließt, liegt die Route de la Noix. Von diesen
Walnusshainen kommt hervorragendes Walnussöl. Westlich von Brive
la Gaillarde liegt Perigueux im Departement (24) Dordogne.
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Dieser feine Senf ist natürlich zu schade,
um ihn auf die Wurst zu streichen. Obwohl - gerade in seiner Heimat, dem
Limousin haben wir des öfteren ein Steak (heißt dort Entrecôte
) mit drei Senfsorten auf der Speisekarte gefunden. Wir bekamen tatsächlich
ein Steak, zu dem 3 Töpfchen mit verschiedenen Senfsorten serviert
wurden. Man hat von jedem Senf einen Klecks auf das Teller gegeben und
dann die Steak - Bissen in den Senf getaucht. Mit etwas mehr Fantasie
sind unsere Rezepte dazu schon. Denn der violette Senf eignet sich ganz
besonders zum verfeinern von Soßen.
Unsere Rezepte dazu :
Alle Rezepte finden Sie ab sofort unter Violetter Traubensenf Rezepte
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