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Schon wieder so eine komische Frage ! ( wie die Frage " was ist
frischer Fisch " )
Aber ich möchte hier einige Hinweise zum Nahrungsmittel Fisch geben,
die vielleicht nicht jedermann bekannt sind,
aber doch recht interessant.
Warum gibt es immer weniger Fisch, wo doch die Meere so unendlich groß
sind ?
Lebensraum der Meeresfische :
Die großen Ozeane sind die " Wüsten " der Meere.
Mit Ausnahme durchwandernder Fischschwärme wie zum Beispiel die Thunfisch
Schwärme oder die Aale auf dem Weg zum Saragossa Meer gibt es dort
keine Fische. Meeresfische leben fast nur am sogenannten Kontinentalabhang
in Tiefen bis zu 800m.
Nahrungskette der Meeresfische :
Der begrenzte Lebensraum wird klar, wenn man die Nahrungskette unserer
Speisefische betrachtet.
Unsere Speisefische stehen am Ende einer Nahrungskette, die mit Algen
beginnt, die sich nur bis zu einer Wassertiefe bis 200m entwickeln können,
da sie Licht benötigen. Weiter geht die Nahrungskette mit pflanzlichem
und tierischem Plankton, Kleinkrebse ( Krill ) Kleinfische, und bei manchen
Fischen Bodentiere wie Würmer, Schnecken und Krebse.
Überfischung :
Die moderne Technik ermöglicht es heute, jeden Fisch aufzuspüren
und zu fangen. Dazu tragen zum einen moderne Kunststofffasern bei, aus
denen riesige Netze hergestellt werden. Schleppnetze von 300 Quadratmeter
oder 50 x 60 m waren bereits 1994 im Gebrauch. Dazu kommen leistungsfähige,
Satteliten - gestützte Echolote die jeden Fischschwarm aufspüren
und natürlich die Satteliten - gestützte Navigation.
1/3 des Fanges ist sogenannter Beifang und wird zu Fischmehl verarbeitet
- und fehlt den Fischen als Nahrung. Die Speisefische werden auf
sogenannten " Vollfrostern " gefangen, ausgenommen, entgrätet,
enthäutet und die küchenfertigen Filets bei -40°C tiefgefroren.
Zwar hat man das Problem der Überfischung erkannt, aber wirksame
Regelungen sind nicht gelungen. Spanien, Portugal und Norwegen unterhalten
hoch subventionierte Fischereiflotten mit entsprechend hohem technischen
Niveau. Außerdem ist angeblich die Fangquotenüberwachung so
schwierig - was nach dem vorher gesagtem über die Aufspürung
der Fischschwärme nicht glaubhaft ist.
Aquakultur der Ausweg ?
Als Aquakultur wird im Allgemeinen jede Form von Fischzucht bezeichnet.
Karpfen wurden schon im Mittelalter von Mönchen in Europa gezüchtet.
Die Chinesen und Japaner waren natürlich da schon weit voraus. Später
kam die Nordamerikanische Regenbogenforelle hinzu. Die sogenannte Lachsforelle
ist im Übrigen nichts anderes als eine gemästete Regenbogenforelle
und das " schöne " rote Fleisch kommt - wie beim Eigelb
- von Farbzusätzen im Futter. Mittlerweile werden auch Zander, Hecht,
Wels, Saibling ... als Speisefisch gezüchtet.
Aquakulturen gibt es in verschiedenen Formen. Angefangen vom Karpfenteich
der Mönche über Fisch und Shrimps - Zucht in Reisfeldern bis
hin zu mit Netzen abgesperrten Lagunen in denen Italiener neuerdings ihre
geliebten Goldbrassen, Meeräschen und Seebarsche züchten.
Die oben genannten Kunststoffnetze haben aber eine neue Möglichkeit
der Fischzucht erschlossen. Die Fischzucht direkt im Meer. Seit Mitte
der 60er Jahre werden in norwegischen Fjorden und im Schärengebiet
Lachse in großen, unten geschlossenen Netzen gezüchtet. Die
Netze wurden immer größer, Fütterungsautomaten werden
von Licht und Wassertemperatur gesteuert und sorgen für eine optimale
Mästung. Große Kutter füllen über riesige Rüssel
die Futterautomaten nach. Mit Antibiotika wird dafür gesorgt, dass
in diesen Monokulturen keine Krankheiten ausbrechen. Was gefüttert
wird? - man kann es nur ahnen! Der Karpfen wird auch als " Wasserschwein
" bezeichnet, weil er wie ein Schwein alles frisst. Aber auch Forelle
und Lachs fressen alles!
Damals war der " Norwegische Lachs " noch ein Qualitätsbegriff
und entsprechend teuer. Ich erinnere mich noch daran, damals hatten diese
Fische im Handel eine Plombe im Maul, als Qualitätssiegel! Inzwischen
- das können Sie am Fischstand mal vergleichen - ist Lachs ein preiswerter
Fisch geworden. Heute kommen Zuchtlachse auch aus Schottland ( schottischer
Wildlachs ? ) und den Färöer Inseln.
1994 begann man mit Versuchen zur Zucht von Steinbutt. Inzwischen werden
mit Erfolg Steinbutt, Seezunge, Meerforelle, Knurrhahn und Wolfsbarsch
gezüchtet. Die Fische kommen aus den bisher genannten Ländern,
außerdem aus Portugal und Griechenland. Unterscheiden kann man diese
Zuchtfische kaum von ihren " wilden " Artgenossen, es sei denn
ein ehrlicher Fischhändler fragt sie " wollen sie von diesen
- oder von den wilden? ".
Nachtrag : Inzwischen ist es Vorschrift, die Herkunft "Aquakultur"
anzugeben.
Auffallend ist die einheitliche " Normgröße "
der Zuchtfische.
Epilog :
Vor einigen Jahren war ich zum Angeln in Norwegen. Es war in der Nähe
von Trondheim auf einer Halbinsel. Eine wunderschöne Schärenlandschaft.
In Sichtweite waren mehrere Fischzuchtanlagen. Wir waren mit dem Boot
zwischen die kleinen Inseln weit weg von den Fischzuchtanlagen gefahren.
An einer Stelle, an der laut Seekarte der Meeresgrund auf 100m abfallen
sollte, zeigte das Echolot nur 15m Wassertiefe. Der heruntergelassene
Anker zeigte die Wahrheit. Der im Echolot angezeigte " Grund "
war schwebender Fischkot in einer Dichte, dass das Echolot es als "
weicher Grund " signalisierte.
Die gefangenen Fische waren alle krank - von Nematoden befallen.
Ich esse immer noch gerne Fisch - aber beim " Frischfisch "
achte ich darauf möglichst " wilde " Fische zu kaufen.
Tiefgefrorenes Filet kommt mit Sicherheit nicht von Zuchtfarmen, dazu
ist die Zucht noch zu teuer.
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