Pilze
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Röhrlinge (Boletaceae) |
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SteinpilzBoletus edulis, Herrenpilz, Edelpilz, Steinkopf, Braunkopp, DobernigelEßbarDiesen wertvollen und leckeren Pilz suchen und finden wir in Fichtenschonungen und Fichtenwäldern, sowie auf Waldwegen durch die selben. Ein großer, Röhrenpilz mit weißem (wenn noch unter der Erde oder Laub) bis maronenbraunem Hut und unveränderlich weißem Fleisch, blass genetztem Stiel, weißen, über gelb im Alter zu olivgrün verfärbenden Röhren und Nußgeschmack. Hut: 5 - 40 cm Durchmesser, ganz junge weiß, dann blassbraun bis dunkelbraun, erst halbkugelig, dann polsterförmig bis ausgebreitet, am Ende aufgerichteter Hutrand. Huthaut glatt, feucht etwas schmierig, jung fest, später weich, alt abziehbar. Röhren: Erst weiß, dann gelb, im Alter zu olivgrün verfärbend - auf Druck matschig werdend. Im Alter um den Stiel frei. Stiel: Keulenförmig, dickbauchig, blassweißlich bis fahlbraun, an der Basis rund zulaufend. Weißes Netz, das sich gegen die Stielbasis verflüchtigt. Fleisch: Im Hut und Stiel weiß. Bei jungen Exemplaren fest bis hart. Bei älteren Exemplaren wird der Stiel innen faserig, schwammig. Auch der Hut wird weich, schwammig. Geruch: Angenehmer Pilzduft. Geschmack: Nussartig. Vorkommen: Allgemein in Nadelwäldern, bei uns hauptsächlich in Fichten- und Tannenwäldern. Laut Literatur auch in Laubwäldern. Verwechslungsmöglichkeit: Vor allem mit jungen Exemplaren des Gallenröhrlings. Im Zweifel sollte man eine "Geschmacksprobe" nehmen. Leichtes Antippen des angeschnittenen Pilzes mit der Zunge (ist ungefährlich) lässt den Gallenröhrling sofort erkennen. Es brennt auf der Zunge! Verwendung: Der Steinpilz ist nicht nur bei den Menschen sehr beliebt. Ausser Fraßspuren von Schnecken findet man auch Nagespuren von Waldbewohnern. Diese Spuren sollten sorgfältig herausgeschnitten werden. Bei jungen gesunden Exemplaren kann man die Kappen in kochendesSalz- Wasser legen und so essen. In Italien haben wir gelernt, die jungen Kappen mit Knoblauch in Olivenöl zu braten. Für Antipasti werden junge Steinpilze längs in dünne Scheiben geschnitten, gebraten und kalt gegessen. Da der Steinpilz oft von Maden befallen ist, werden diese Exemplare von mir feinblättrig hergeschnitten. Dabei auchte ich auf Madengänge und werfe diese Teile weg. Die feinblättrig aufgeschnittenen Steinpilze werden dann zu verschiedenen Pilzgerichten verarbeitet. Diese feinblättrig aufgeschnittenen Steinpilze kann man auch portionsweise eingefrieren (Etwa ein Jahr haltbar). Ältere Steinpilze werden von uns meist getrocknet. Nicht an der Sonne, sondern im Backofen, den wir auf 40°C Umluft einstellen. (Man könnte auch einen Obst-Dörrer verwenden.) Gut getrocknet, in Pergament-Tüten verpackt und an einem trockenen Ort aufbewahrt sind sie dann mehrere Jahre haltbar. Allerdings verflüchtigt sich das Aroma!
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GallenröhrlingThylopilus felleus, Bitterling, Giftling, RoßpilzUngenießbarDieser, jung dem Steinpilz sehr ähnliche Röhrenpilz bevorzugt leider auch die selben Standorte wie der Steinpilz. Wer ihn nicht kennt und mit dem Steinpilz verwechselt kann mit einem einzigen Exemplar eine komplette Steinpilzmahlzeit verderben. Gefährlich ist er nicht, denn der gallenbittere Gechmack wird schon beim ersten Bissen bemerkt! Hut: 4 - 12 cm halbkugelig gewölbt, später polsterförmig ausgebreitet, dann Rand auch hochgezogen, mittelbraun, mit Gelb gemischt, (auch weiß), wenig filzig eher glatt, Huthaut nicht abziehbar. Röhren: erst weiß!, weißlich-grau, später leicht rosa, auf Druck rosa verfärbend, am Stiel tief ausgebuchtet. Stiel: bauchig, dann keulig gestreckt, ganz jung oben blass, weißlich, mittelbraun, bräunlich, später dunkle Netzzeichnung (wenn typisch), ! die Netzzeichnung ist bei jungen Exemplaren nicht deutlich sichtbar! Fleisch: weißlich, weich, Gallebitter! Geruch: Kaum wahrnehmbar. Geschmack: Gallenbitter. Vorkommen: im Nadelwald, Standorte wie Steinpilz. Verwechslungsmöglichkeit: Mit dem Steinpilz! Im Zweifelsfalle sollte / kann eine "Geschamcksprobe genommen werden. Leichtes Antippen des angeschnittenen Pilzes mit der Zunge (ist ungefährlich) lässt den Gallenröhrling sofort erkennen. Es brennt auf der Zunge! Mein Tipp: Im Zweifelsfalle Testen! Ein Gallenröhrling unter einem Kilo Steinpilzen verdirbt das ganze Pilzgericht! Da spreche ich aus Erfahrung. Rechts Bilder von sehr typisch aussehenden Gallenröhrlingen. |
Bild oben: Sieht dem Steinpilz verblüffend ähnlich - ein junger Gallenröhrling!
Bild oben: Ein alter Gallenröhrling. Die rosa gefärbten Röhren und die Netzzeichnung am Stiel ist deutlich erkennbar.
Bild oben: Ein junger Gallenröhrling. Weder die rötliche Verfärbung der Röhren, noch die Netzzeichnung am Stiel ist erkennbar! |
RotkappeBoletus rufusEßbarDieser große Röhrenpilz mit seinem auffalend orange-braunrotem Hut und weißem, schwarz- oder braunschuppigem, langgestrecktem Stiel mit weißlichgrauen Poren finden wir meist an einzelnen Birken in Mitten von Fichtenwäldern. Bei Druck oder Verletzung färbt sich das Fleisch dunkel-lila. Hut: 1 - 15 cm Durchmesser, orangebraun, rotbraun, jung halbkugelig, später flacher, Huthaut feinfilzig, trocken, etwas körnig gefärbt. Röhren: Jung dunkelgrau, später heller grau bis gelblichgrau, lang, dünn am Stiel ausgebuchtet. Auf Druck dunkellila verfärbend. Stiel: Auf weißem, später bräunlichem Grund schwarze (im Alter bräunliche) schuppige Flocken dicht beieinander. Gestreckt, zylindrisch, später mit leicht bauchigem Fuß. Hart, auf Druck dunkellila verfärbend. Fleisch: Im Hut fest, weißlich. Im Stiel hart, faserig, derb. Bei Anschnitt oder Druck dunkellila anlaufend. Wird beim Kochen schwarz. Geruch: Schwach, angenehm. Geschmack: Mild Vorkommen: In Mischwäldern, bei uns nur unter Birken. Verwechslungsmöglichkeit: Mit anderen Rauhfuß Arten, die jedoch alle essbar sind. Verwendung: Die Rotkappe ist ein sehr guter Speisepilz, der selten madig ist. Da sein Fleisch beim Transport an den Druckstellen dunkellila anläuft und sich auch die Schnittstellen verfärben, sollte er schnellstmöglich verarbeitet werden. Da sein Fleisch beim Kochen schwarz wird, sollte man ihn nur "eingefleischten" Pilzkennern anbieten. Er kann für alle Schmor-Gerichte verwendet werden, für die man auch den Steinpilz verwendet (oder mit ihm gemischt). Getrocknet oder Eingefroren haben wir die Rotkappe noch nie.
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Bild oben: Junge Rotkappe
Bild oben: Links drei Rotkappen, rechts zwei Birkenpilze |
BirkenpilzBoletus leucophaeus, Kapuziner, Aspenpilz, Geißpilz, GrauhendlEßbarAuch dieser kleinere Röhrenpilz mit seinem graubraunem Hut und schlankem, grauschwärzlich schuppigem Stiel, weißlich-gräuliche Röhren finden wir meist an einzelnen Birken in Mitten von Fichtenwäldern. Sein festes, kerniges Fleisch verfärbt sich auf Druck oder angeschnitten nicht. Hut: 5 - 15 cm Durchmesser, jung halbkugelig, dann polsterförmig, graubraun bis schwarzbraun, feinfilzig, feucht etwas schmierig, glatt, bald weichfleischig mit stumpfem Rand. Röhren: bauchig, fein, weißlich, dann schmutziggrau, am Stiel ausgebuchtet. Stiel: Schlank, aufwärts verjüngt, an der Basis leicht verdickt, weißgräulich mit dunkelgrauen, abstehenden feinen Schuppen, an der Spitze längsfurchig. Fleisch: Im Stiel faserfleischig, später hart und holzig, weiß bis gräulich. Hut zunächst fest, schnell weich und schwammig werdend. Angeschnitten leicht gräulich-rosa anlaufend. Geruch: Schwach, angenehm. Geschmack: Mild Vorkommen: Unter Birken. Verwechslungsmöglichkeit: Mit dem ungenießbaren Gallenröhrling. Im Zweifel sollte man eine "Geschmacksprobe" nehmen. Leichtes Antippen des angeschnittenen Pilzes mit der Zunge (ist ungefährlich) lässt den Gallenröhrling sofort erkennen. Es brennt auf der Zunge! Verwendung: Der Birkenpilz ist ein sehr guter Speisepilz. Er kann für alle Schmor-Gerichte verwendet werden, für die man auch den Steinpilz verwendet (oder mit ihm gemischt). Getrocknet oder Eingefroren haben wir den Birkenpilz noch nie. |
Bild oben: Junger Birkenpilz
Bild oben: Älterer Birkenpilz |
MaronenröhrlingBoletus badius, Braunhäuptchen, Marienpilz, TannenpilzEßbarDiesen mittelgroße Röhrenpilz mit kastanienbraunem, filzigen Hut, hellem, braunen, ungenetztem Stiel sammeln wir in lichten Nadelwäldern. Er schein Sandböden zu bevorzugen. Sein Fleisch und die Poren auf Druck leicht blau werdend. Hut: 4 - 15 cm Durchmesser, jung halbkugelförmig, später polsterförmig ausgebreitet. Hell- bis dunkelkastanienbraun. Filzig, nass schmierig, später glatt werdend. Röhren: Blassgelb, im Alter olivgelb-grünlich, Druckstellen und Madenfraß blaugrün anlaufend. Bei Trockenheit kann diese Verfärbung aus bleiben. Stiel: 4 - 12 cm lang, bis 4 cm dick, bauchig, heller braun als der Hut, nicht genetzt, Druckstellen und Madengänge ebenfalls blaugrün anlaufend. Fleisch: Weißlich-gelblich, blassbraun, meist schnell blaugrün anlaufend, zunächst fest dann wattig. Im Stiel jung fest, dann faserig werdend. Geruch: Schwach, angenehm. Geschmack: Mild Vorkommen: Nadelwälder auf sauren Böden, einzeln oder gesellig. Verwechslungsmöglichkeit: Mit anderen essbaren Röhrlingen, weniger mit dem ungenießbaren Gallenröhrling. Im Zweifel sollte man eine "Geschmacksprobe" machen. Verwertung: Wie der Steinpilz für alle Pilz-Gerichte verwendbar, wenn die leichte Verfärbung nicht stört. Manche Pilzsammler stellen ihn auf die selbe Stufe wie den Steinpilz. Besonders getrockent zum Würzen von Soßen und Fleischgerichten. Wir trocknen die fein aufgeschnittenen Maronenröhrlinge - allerdings nicht an der Sonne, sondern im Backofen, den wir auf 40°C Umluft einstellen. (Man könnte auch einen Obst-Dörrer verwenden.) Gut getrocknet, in Pergament-Tüten verpackt und an einem trockenen Ort aufbewahrt sind sie dann mehrere Jahre haltbar. Allerdings verflüchtigt sich das Aroma!
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KuhröhrlingSuillus bovinusEßbarDiesen mittelgroßen Röhrenpilz mit polsterförmigem, hellgelbbraunem bis orangebraunem, feucht schleimigem Hut mit groben, gelbbraunen bis olivbraun werdenden Röhren und dickem Stiel haben wir am Waldrand eines Nadelwaldes gefunden. Hut: 4 bis 11 cm Durchmesser, jung gewölbt, schnell polsterförmig unregelmäßig ausgebreitet, gelbbraun bis orangebraun, feucht schmierig-klebrig. Huthaut abziehbar. Röhren: Jung kurz, später lang, etwas am Stiel herablaufend, erst gelbbraun später olivbraun werdend, auffallend weit. Stiel: 2 bis 10 cm Durchmesser, etwas blasser als der Hut, fein längsfaserig-flockig. Fleisch: Weiß, im Bereich der Poren gelblich bis bräunlich, am Stielende rosa angehaucht, zähelastisch, bald blauend. Geruch: Unauffällig Geschmack: Mild Vorkommen: Gesellig in Nadelwäldern, feuchte Waldränder. Verwechslung: Mit anderen essbaren Röhrlingen, dem Sandröhrling, der von minder Qualität, aber ungefährlich ist. Mit dem kleineren Pfeffer-Röhrling, der aber einen dünnen Stiel hat. Im Zweifel Geschmacksprobe nehmen. Der Pfeffer-Röhrling hat einen pfefferartigen scharfen Geschmack und gilt als ungenießbar. Wert: Nicht besonders schmackhaft. Junge, noch festfleischige Kuhröhrlinge können in Mischpilzgerichten verwendet werden. Wir nehmen diesen Pilz nicht.
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Wulstlinge (Amanita) |
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PantherpilzAmanita pantherina, Pantherwulstling, Krötenstuhl, PaddenstuhlSehr giftig
Mit diesem - leider giftigen Pilz - hat dieses Pilz-Bilderbuch angefangen. Auf der Suche nach Steinpilzen in einem lichten Fichtenwald stand er da! Im Moos und schön von der Sonne angeleuchtet hat uns dieser mittelgroße Blätterpilz (Lamellenpilz) mit graubraunem Hut mit weißflockigen Hüllresten, weißem Stiel mit weißem hängenden ungerieftem Ring und wulstartig beschnittener Scheide an der Stielbasis einfach "bezaubert"! Hut: 6-10 cm Durchmesser, grau, graubraun, olivbraun heller oder dunkler, gelbbraun, auch schwarzbraun mit weißen Hüllresten besetzt (das sind die Tüpfel - können durch Regen auch abgewaschen sein). Hutrand gerieft dünnfleischig, Huthaut abziehbar. Lamellen: frei, weiß, weich. Stiel: weiß, feinfaserig, Basis knollig, von angewachsenem Scheidenwulst umhüllt. (Kindersöckchen, Bergsteigersöckchen) im oberen Drittel hängende ungeriefte Manschette. An der Stielbasis wulstartig beschnittene Scheide. Fleisch: weiß, weich. Geruch: rüben-rettichartig. Geschmack: ? . Vorkommen: in Laub- und Nadelwald! Verwechslungsmöglichkeit: mit dem essbaren grauen Wulstling und dem Perlpilz. Im Bild : ein ganz junger Pantherpilz |
Bild oben: Junger Pantherpilz |
Grauer WulstlingAmanita spissa, gedrungener WulstlingEßbar(nicht für mich!) Auch der Dritte im Bunde der Wulstlinge wurde von uns auf der Suche nach Steinpilzen im Nadelwald gefunden. Auch er optisch ein "Hingucker"! Hut: 6 - 12 cm grau, graubraun, (dieser im Foto schwarz - leider durch die Digi zu hell geblitzt), Hüllreste creme bis graulich, Huthaut abziehbar. Lamellen: frei, weißlich. Stiel: weißlich, graulich, silbrig, manchmal genattert, hängende geriefte Manschette am Stiel, Basis leicht knollig. Fleisch: weißlich, weich. Geruch: rüben-rettichartig. Geschmack: mild. Vorkommen: gesellig, meist zusammen mit dem Perlpilz oder dem Pantherpilz, diese im Nadelwald. Verwechslungsmöglichkeit: mit dem Hohen oder eingesenkten Wulstling, aber auch mit dem giftigen Pantherpilz. Meine Meinung: Einen "rübenartig" schmeckenden Pilz, den man leicht mit einem Giftpilz verwechseln kann werde ich sicher nicht mitnehmen! |
Bild oben: Grauer Wulstling, durch den Blitz kommt die Kappe heller heraus als sie war - eigentlich schwarz.
Bild oben: junge Graue Wulstlinge |
PerlpilzAmanita rubescens, Schälpilz, Perlwulstling, Rötender WulstlingEßbarDieser mittelgroße Blätterpilz ( Lamellenpilz) mit fleischlichrötlich- braunem, flockig-warzig bedecktem Hut, weiß-rötlichem, beringtem Stiel mit keulig verdickter, fast glatter Basis und rötendem Fleisch soll auch in Laubwäldern vorkommen. Wir haben dieses Exemplar im Fichtenwald gefunden. Er war leider schon von den Maden "erobert". Hat uns aber nicht gestört, denn, obwohl dieser Pilz essbar sein soll, wir sammeln ihn nicht! Hut: 5-15 cm, fleischrosa-bräunlich mit Beimischung von Grau, Gelb, Violett. Meist mit hellgrauen Hüllresten besetzt (getüpfelt), Huthaut abziehbar. Bei Regenwetter auch kahl werdend. Halbkugelig, später ausgebreitet, Rand glatt, alt mehr oder weniger gerieft. Lamellen: frei, weißlich, rosa gefleckt. Stiel: weißlich rosa gefasert oder gefleckt. Basis verdickt, hängende, geriefte Manschette im oberen Drittel. Fleisch: weiß, Madengänge rosa-rötlich. Vorkommen: in Laub- und Nadelwald, gesellig Verwechslungsmöglichkeit: mit dem essbaren grauen Wulstling und dem giftigen Pantherpilz! Meine Meinung: ich nehme keine Pilze, bei denen die Verwechslungsmöglichkeit mit einem Giftpilz so nahe liegt. |
Bild oben: junger Perlpilz
Bild oben: Der aufgeschnittene Perlpilz zeigt rosa Madengänge |
FliegenpilzAmanita muscariaGiftigDer Fliegenpilz ist immer ein Hingucker! Meist findet man ihn auch noch in Gruppen und dann sind sie besonders schön. Er ist ein "ehrlicher Pilz", der seine Giftigkeit nicht versteckt, aber das Auge erfreut! Ein mittelgroßer Blätterpilz mit rotorangem Hut mit weißen flockigen, abwischbaren Hüllresten, weißen Lamellen, die am Stiel abgerundet frei sind, weißem Stiel mit weißem Ring und gegürtelter Stielbasis. Hut: 5 - 18 cm Durchmesser, orangerot, blutrot, zitronengelb gis im Alter braunrot ausblassend. Mit weißen bis gelblichen, flockigen, abwischbaren Hüllresten besetzt, die durch Regen abgewaschen sein können. Jung halbkugelig, dann gewölbt bis ausgebreitet, zuletzt mit niedergedrückter Mitte. Hutrand dünnfleischig, mehr oder weniger gerieft. Lamellen: Weiß, manchmal gelblich getönt, gedrängt, abgerundet, frei. Stiel: Weiß, manchmal gelblich getönt, samtigschuppig, an der Spitze mehr oder weniger gerieft. Mit einem Ring, der häutig, hängend, am Rand zackig, weiß oder gelblich ist. Die Stielbasis knollig, ringartig gegürtelt, meist aufwärts verjüngt, im Alter hohl. Fleisch: Weiß im Hut, von der Huthait her eindringend zitronengelb. Diese zitronengelbe Einfärbung unter der Huthaut ist schon beim jungen Pilz im Schnitt sichtbar. Geruch: Unbedeutend Geschmack: Mild Vorkommen: In Laub- und Nadelwäldern, gesellig. August bis November. Mein Vater sagte mir:"Wo und wann es Fliegenpilze gibt, gibt es auch Steinpilze. Wert: Giftig. Nach ein bis drei Stunden treten Magen- und Darmstörungen, Delierien, Schweißausbrüche, Durchfall und Brennen im Magen auf. Eine Magen-Entleerung und schneller Arztbesuch ist erforderlich. Verwechslung: Sind die weißen Flocken abgewaschen, könnte er mit dem ebenfalls giftigen Speitäubling verwechselt werden. Auch mit dem essbaren Kaiserling (der in unseren Wäldern nicht vor kommt) Dieser hat keine flockigen Hüllreste auf der Huthaut, gelbe Lamellen und gelben Stiel, eine häutige Scheide an der Stielbasis, keinen warzigen Gürtel wie der Fliegenpilz. Fremde Pilzsammler, bei denen in deren Region der Kaiserling vorkommt, könnten Fliegenpilze, bei denen die Flocken durch Regen abgewaschen wurden, mit dem Kaiserling verwechseln.
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Bild oben: Eine Gruppe Fliegenpilze im heimischen Buchenwald. |
Parasolpilz, Großer SchirmlingMacrolepiota procera, RiesenschirmlingEßber, guter SpeisepilzDieses Exemplar eines Parasol haben wir am Waldrand eines Laubwaldes gefunden. Aber auch in lichten hohen Fichtenwäldern haben wir ihn schon gesammelt. Ein großer, jung kugeliger Blätterpilz mit braunschuppigem Hut, braungenattertem Stiel mit knolliger Stielbasis und häutig-flockigem, verschiebbaren Ring am Stiel Hut: 10-25 cm Durchmesser, erst kugelig geschlossen am Stiel anliegend, dann ausgebreitet mit Spitze wie ein Chinesenhut, später flach. Schuppen auf blassem Grund, braungrau, fransig abstehend, gegen die Hutmitte dichter werdend. Lamellen: Weißlich bis cremefarben, dicht, am Stiel frei. Stiel: 10 bis 30 cm lang, 1-2,5 cm dick, auf weißem Grund dicht braunschuppig genattert, mit knolliger Stielbasis. Hohl, zäh werdend, faserig, holzig. Fleisch: Weiß und zart im Hut einschließlich Lamellen. Steil faserig, holzig. Geruch: Angenehm aromatisch. Geschmack: Süßlich nussig nach Haselnüssen. Vorkommen: Laub- und Nadelwälder, Waldränder, Waldwiesen. Verwechslung: Mit dem ebenfalls essbaren Rötenden Schirmling. Bei diesem bekommen die Lamellen auf Druck rötliche Flecken. Auch Madengänge sind rötlich. Mit dem ebenfalls essbaren Weißstieligen Riesen Schirmling. Verwertung: Am Besten sind die kleineren noch kugelförmig geschlossenen Exemplare. Aber auch die etwas größeren Exemplare schmecken in Ei paniert sehr gut! Der Stiel muss immer ausgebrochen werden und kann nicht verwendet werden. Bei größeren, älteren Exemplaren ziehen wir die Huthaut ab. |
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Jungfern-SchirmlingMacrolepiota puellarisEßbarDiesen mittelgroßen Blätterpilz mit sparrig-schuppigem Hut, weißem Stiel, häutig-flockigem Ring und auffallend knolliger Stielbasis haben wir am Waldrand eines Eichenwaldes gefunden. Wir waren mit der Bestimmung zunächst unsicher, da der junge, frische Pilz keine Verfärbungen gezeigt hat. Erst nach einem Tag Lagerung zeigte sich dann die rötliche Verfärbung. Hut: 4 bis 7 cm Durchmesser, jung halbkugelig, dann glockig, später ausgebreitet, weiß mit regelmäßigen grau-bräunlichen, abstehenden Schuppen dicht bedeckt, mit glatter brauner Mitte und fransigem Rand. Lamellen: Weiß, elastisch, später blassrosa werdend. Regelmäßig und vom Stiel abgesetzt. Stiel: 5 bis 15 cm lang, 0,5 bis 2 cm dick, weiß, alt und an Druckstellen braunwerdend, glatt, hohl, an der Basis zwiebelartig-knollig mit verschiebbarem weißen flockigem Ring. Fleisch: Weiß, im Stiel bei Anschnitt leicht rötlich anlaufend. Geruch: schwach rettichartig Geschmack: mild Vorkommen: Nadelwälder, Waldwiesen, auf Nadelhumus, gesellig, Juli bis Oktober. Verwechslung: Durch den glatten, weißen, später braunen Stiel unterscheidet er sich von dem Riesenschirmling, der einen genatterten (geschuppten) Stiel hat. Vom ebenfalls eßbaren Acker-Schirmling unterscheidet er sich vor allem durch seinen beschuppten, fransigen Hutrand. Der Acker-Schirmling hat einen kegelig spitzen Buckel und einen entblößten Hutrand, sein Fleisch wird beim Anschnitt grau, nicht rötlich. Wert: Wie der Riesenschirmling zu verwenden. Der Stiel ist zäh und holzig und muss heraus gebrochen werden.
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SchopftintlingCoprinus comatus, Spargelpilz, PorzellanpilzEßbarDiesen schlanken, walzenförmigen Blätterpilz mit grauen Schuppen auf weißem Grund findet man bei uns sehr häufig auf überdüngten Wiesen. Sein Hut ist am unteren Rand rosa und verfärbt sich dann schnell schwarz, bald zerfließt der Rand zu schwarzer Tinte. Die Lamellen mit den Sporen zerfließen und werden so verbreitet. Hut: 5 bis 15 cm lang, 3 bis 6 cm im Durchmesser, walzenförmig, weiß mit filzig grauen Schuppen. Mit bräunlichem ockerfarbigem Scheitel. Am unteren Rand rosa, schnell schwarz werden und zerfließend. Lamellen: Weiß, vom unteren Hutrand her rosa verfärbend, schnell schwarz werden und dann zerfließend. (Verbreitet auf diese Weise die Sporen). Stiel: 10 bis 18 cm lang, 1 bis 2 cm dick, weiß, feinfaserig, hohl mit dünnem, abfallendem Ring, mit knolliger Basis. Geruch: angenehm, leichr rettichähnlich Geschmack: Mild Vorkommen: Auf gut gedüngten Wiesen, fetten Böden, oft in Büscheln wachsend, April bis November. Verwechslung: Durch seine Form und den schwarzen zerfließenden Hutrand kaum mit giftigen Pilzen zu verwechseln. Der ebenfalls essbare Faltentintling hat deutlich weniger Schuppen, ist jung im Hut fein gefaltet. Nach dem Genuss des Faltentintlings darf kein Alkohol getrunken werden! Verwertung: Nur ganz junge Schopftintlinge können verwendet werden. Wir nehmen diesen Pilz nicht! |
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Täublinge (Russulaceae) |
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Speise-TäublingRussula vescaEßbar, guter SpeisepilzDiesen mittelgroßen Blätterpilz (Lamellenpilz) mit fleischfarbenem Hut (sehr variabel) mit aderig runzliger Huthaut, die im Hutrand meist zu kurz ist, mit seinem weißen, rostfleckigem Stiel mit harter, ausspitzender Basis und weißlichem, milden Fleisch finden wir leider zu selten in unseren Buchenwäldern. Er ist bei Schnecken und Maden besonders beliebt, deshalb finden wir selten verwertbare Exemplare. Hut: 6 - 10 cm Durchmesser, fleischrot bis braun, lila- oder rosa getönt, auch Grau bis Olivgrau, sehr verschieden farbig. Schmierig-glänzend bis trocken glanzlos, kahl, oft radialaderig (oberes Bild), Hutrand meist mit zu kurzer Oberhaut, kann alt gerieft werden, lange fest und hart, jung kugelig dann ausgebreitet nach oben gewölbt. Lamellen: Blassweiß, oft mehr oder weniger Rostfleckig werdend an der Schneide, angewachsen bis etwas herablaufend, gedrängt, dünn. Stiel: weiß, netzig runzelig bis glatt, an der Basis rost- bis cromgelbfleckig (oberes Bild) Basia ausspitzend, hart. Fleisch: Weiß, bisweilen rostgelblich fleckend, Test: mit FeSo4 (Eisenvirtiol) intensiv fleischrosa verfärbend. Geruch: Schwach bis geruchlos. Geschmack: mild, nussartig Verwechslung: Mit ähnlichen Täublingen. Der (eßbare) Zinnober-Täubling hat einen rötlich gefärbten Stiel, ebenso der(eßbare) Rotstielige Leder-Täubling, leider auch der giftige Spei-Täubling. Der giftige Spei Täubling hat allerdings einen schönen roten Hut wie ein Fliegenpilz ohne weiße Flocken.
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Apfel-TäublingRussula paludosaEßbarAuch diesen mittelgroßen Blätterpilz mit Apfelrotem Hut, blassgelben Lamellen, weißem rötlich angehauchtem Stiel haben wir im Laubwald gefunden. Hut: 5 - 15 cm Durchmesser, leuchtend Apfelrot bis Ziegelrot, glockig bis leicht gebuckelt, später ausgebreitet, Rand glatt später gerieft. Lamellen: Blassgelb bis Buttergelb, gedrängt, dünn, am Hutrand abgerundet, am Stiel verschmälert und angewachsen, elastisch. Stiel: 4 - 12 cm lang, 1,5 bis 5 cm dick, weiß, oft mehr oder weniger rötlich überhacht, mehr oder weniger aderig gerieft, zylindrisch, keulig bis bauchig, voll, fest, später hohl werdend. Fleisch: Weiß, später bräunlich werdend. Geruch: Geruchlos. Geschmack: Mild, junge Exemplare etwas scharf bis bitterlich. Vorkommen: Föhren- und Fichtenwälder, Heidelbeerplätze. Verwechslung: Mit ähnlichen Täublingen mit rotem Hut. Auch der (eßbare) Zinnober-Täubling hat einen rötlich gefärbten Stiel, ebenso der(eßbare) Rotstielige Leder-Täubling, leider auch der giftige Spei-Täubling. Der giftige Spei Täubling hat allerdings einen schönen roten Hut wie ein Fliegenpilz ohne weiße Flocken. Die Verwechslungsmöglichkeit mit dem giftigen Spei-Täubling hält mich davon ab, diesen Pilz mitzunehmen!
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Blutreizker, Echter ReizkerLactarius deterrimus, Lactarius deliciosus, Edelreizker, WacholderschwammEßbarDieser mittelgroße Blätterpilz mit hartem, gezonten Hut und seiner beim Anschneiden oder Anbrechen austretenden karottenroten, milden Milch, die angetrocknet orange-oliv bis grün wird, ist bei uns sehr beliebt. Alt in der Hutmitte und Druckstellen grünspanartig verfärbend, verwenden wir ihn nicht mehr. Hut: 5 - 15 cm Durchmesser, jung nach unten eingerollt aber mit deutlicher Eindellung der Mitte, später trichterförmig aufgerichtet. Orange-gelbbraun, grünspanig, konzentrisch gezont, feinfilzig bis glatt, nie Schuppig! Hart und dickfleischig. Lamellen: Blassorange bis ockerorange, gedrängt, am Stiel abgesetzt, nicht herablaufend, Druckstellen schmutzig-grünblau verfärbend. Stiel: 4 - 6 cm lang, 1 - 3 cm dick, zylindrisch, gleichfarbig wie der Hut. Hohl, hart und im Alter graugrün verfärbend. Fleisch: Jung fest, dann brüchig, weißgelblich bis karottengelb, sofort austretende karottenrote, orange bis menningrote Milch die sich bald oliv verfärbt. Geruch: schwach, obstartig Geschmack: Mild bis leicht bitterlich Vorkommen: Föhrenwälder, (Waldränder von Mischwäldern siehe Halbblut-Reizker) Verwechslung: Der Halbblut-Reizker wächst in und an Mischwäldern, ist ebenfalls eßbar, weniger hart, mehr elastisch, mit orangenroter später weinrot verfärbender Milch. Der Lachs-Reizker ist ebenfalls essbar. Er hat einen orangegelben Hut, der kaum gezont ist. Seine Milch ist orangegelb und verfärbt kaum. Wenn man auf die rötliche Milch achtet, können die essbaren Reizker nicht mit ungenießbaren Reizkern verwechselt werden. Der Birkenreizker zottig-schuppigen Hut, ist zwar auch rosa bis bräunlich gefärbt, aber die austretende Milch ist unveränderlich weiß. Verwertung: Gerne nehme ich von diesen Pilzen eine kleine Anzahl der jüngeren Exemplare mit. Wegen der austretenden Milch muss er beim Transport von anderen Pilzen getrennt werden. Nach einer langen und anstrengenden Pilzsuche ist eine kleine Portion dieser Pilze - kleingeschnitten und mit Rührei scharf gebraten eine schmackhafte Belohnung!
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Bild oben: Halbblut-Reizker, wurde im Mischwald gefunden, die Milch bleibt weinrot. |
Leistenpilze |
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Pfifferling, EierschwammCantharellus cibarius, Reherl, Schweinsfüßerl, Geelchen, Rehling, EierschwammerlEßbarDer Pfifferling, dieser kleine bis mittelgroßer Leistenpilz mit mehr oder weniger dottergelbem Fruchtkörper mit weit in den Stiel hinab laufenden Leisten (anders als bei Lamellenpilzen kann man bei Leistenpilzen Hut und Stängel nicht trennen) wurde früher bei uns häufig gefunden. Inzwischen ist er leider rar geworden. Hut: 2 - 15 cm Durchmesser, dottergelb, bei Trockenheit blassgelb, jung zartfilzig, später kahl, jung gewölbt mit eingerolltem Rand, später ausgebreitet mit eingedrückter Mitt, Rand lappig ausgefranstem Rand. Leisten: Dick, weit am Stiel herablaufen, dottergelb, gabelig. Stiel: 3 - 6 cm lang, im hohen Gras auch länger, selten hohl werdend, kahl, dottergelb. Fleisch: Innen weiß, vom Hut und Stiel her gelb eindringend, im Stiel langfaserig, zäh. Geruch: Frische Pfifferlinge müssen einen intensiven typischen Geruch haben, leicht nach Aprikosen. Geschmack: Nussig, pfeffrig Vorkommen: Nadelwälder, Waldwiesen, grasige Waldwege. Liebt sandige Böden. Soll auch im Laubwald vor kommen (dort haben wir ihn noch nir gefunden). Verwechslung: Mit dem falschen Pfifferling, der zwar essbar, aber wertlos ist. In südlichen Ländern gibt es den Leuchtenden Ölbaumpilz, der giftig ist, dünne Lamellen hat und an Bäumen wächst. Kennt man einmal den typischen Geruch des Pfifferlings, kann man ihn eigentlich nicht verwechseln. Verwertung: Der Pfifferling ist wohl der bekannteste Speisepilz überhaupt. Alleine geschmort auf Toastbrot, mit Rührei vermischt, er ist für alle Schmor-Pilzgerichte geeignet und eine hervorragende Beilage zu Wildgerichten. Er wird von darauf spezialisierten Firmen mittlerweile auch getrocknet. Kleine Exemplare können eingefroren werden. Der Pfifferling ist schwer verdaulich, man sollte ihn also in kleinen Mengen genießen. |
Bild oben: Etwas blass ist der Pfifferling bei großer Trockenheit. Bild unten: Schöne junge gut gefärbte Pfifferlinge
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Falscher Pfifferling, Orangeroter TrichterlingHygrophoropsis (Clitocybe) aurantiacae, Falscher EierschwammEßbarSpät im Oktober haben wir diesen kleinen Blätterpilz mit seinem auffallend orangegelben, trichterförmigem Hut im Buchenwald gefunden. Mit seinem ziemlich dünnen, am Stiel herablaufenden Lamellen und schlanken Stiel kann man ihn eigentlich nicht mit dem Pfifferling verwechseln. Hut: 3 bis 6 cm gelb-orange bis orange-braun, weichfleischig, trichterförmig mit eingerolltem, später aufgeschirmtem, dünnem Hutrand. Alt mit braun-rußigen Flecken in der Mitte. Lamellen: Leuchtend orange, später verblassend gelb, schmal, am Stiel herabgezogen, gegabelt. Stiel: 2 bis 5 cm lang, 0,5 bis 1 cm dick, glatt, orangegelb, nach unten bräunend, faserfleischig. Fleisch: gelblich bis orange-gelblich, weich, elastisch. Geruch: Angenehm aromatisch Geschmack: Mild Vorkommen: Nadel und Mischwald, Oktober bis November. Verwechslung: Kaum mit dem echten Pfifferling, da dieser einen sehr typischen Geruch und einen dicken Stiel hat. Verwertung: Der falsche Pfifferling ist zäh, von minder Qualität. Wir nehmen ihn nicht.
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Nebelgrauer TrichterlingClitocype nebularis, Nebelkappe, Herbstblattl, MichaelipilzUngenießbarAuch diesen mittelgroßen Blätterpilz mit hellgrau bis mittelgrauem Hut haben wir spät im Oktober im Laubwald gefunden. Erst durch seinen Geruch und die abziehbare Huthaut konnten wir ihn einordnen. Der Hut, jung gewölbt, später ausgebreitet mit eingerolltem Rand und der Stiel mit blassen herablaufenden Lamellen sind ein weiteres Merkmal. Hut: 5 bis 17 cm Durchmesser, glatt, hell- bis mittelgrau, nebelig bereift, jung gewölbt später ausgebreitet, Hutrand eingeroll, wellig, dickfleischig. Huthaut abziehbar. Lamellen: Weißlig, creme bis blassgelb, gedrängt, etwas am Stiel herab laufend. Stiel: 8 bis 10 cm lang, 1,5 bis 3 cm dick, keulenförmig, weiß bis gräulich, faserig, hohl. Fleisch: Im Hut dick, weiß, nicht verfärbend, mit aufdringlichem Geruch. Geruch: Aufdringlich nach Lauge. Geschmack: Säuerlich, mild. Vorkommen: Mischwälder vorwiegend Laubwälder, September bis November. Verwertung: Wegen des üblen Geruchs nicht als Speisepilz empfehelnswert. Nach Frost verursacht der Nebelgraue Trichterling Verdauungsbeschwerden. |
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MönchskopfClitocype geotropaEßbarDiesen großen, trichterförmigen Blätterpilz mit seinem hellen, lederfarbigem leicht gebuckeltem Hut mit welligem Hutrand und am Stiel herablaufenden Lamellen haben wir Ende November am Rand eines Weidengebüsches gefunden. Hut: 8 bis 30 cm Durchmesser, hell-lederfarbig, leicht gebuckelt, wellig, dünnfleischig, feinseidige Oberfläche. Lamellen: Blass, cremefarben, zähelastisch, am Stiel herablaufend. Stiel: 8 bis 15 cm lang, 2,5 bis 3 cm dick, blass, lederfarbig, faserig gestreift, an der Basis weißfilzig, leicht verdickt, rund, schwammig gefüllt. Fleisch: Blass, weiß bis hellbraun, elastisch-zäh. Geruch: angenehm. Geschmack: Mild. Vorkommen: Waldwiesen und Weiden, September bis November. Verwechslung: Mit dem ebenfalls eßbaren Riesen-Trichterling, der in Laub- und Nadelwäldern wächst. Dieser hat einen kürzeren Stiel. Mit dem ebenfalls eßbaren Riesen-Krempling, mit weiß-gelblichen, gegabelten Lamellen und mehlartigem Geruch oder mit dem ebenfalls essbaren Krempen-Trichterling mit milchweißem Hut und starkem Rettich-Geruch. Verwertung: Eßber, etwas zäh, die Stiele sind zu entfernen. Wir nehmen diesen Pilz nicht! |
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Baumpilze |
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HallimaschArmillariella mellea, Heckenschwamm, Hohlmütze, Honigpilz, Michaelischwamm, Schulmeister, StubblingEßbar, Roh giftig!Unverkennbar durch seine büschelige Anordnung, seinen braunen, gesprenkelt-schuppigen Hut und seinen Geruch ist uns dieser kleine bis mittelgroße "Baummörder" im Nadelwald, aber auch im Buchenwald schon oft begegnet. Hut: 5 - 10 cm Durchmesser, hell- bis mittelbraun, braungelb; mit dunklen, vergänglichen Schuppen. Jung fast zusammenhängend filzig, alt oft kahl werdend. Jung mit eingeschlagenem Hutrand, später flach ausgebreitet, mehr oder weniger gebuckelt, dünnfleischig mit gerieftem Hutrand. Lamellen: blassweißlich bis hellbräunlich oder holzgelb. Angewachsen und mit Zahn herablaufend. Stiel: 5 bis 10 cm lang, 1,5 bis 2,5 cm dick, bräunlich,an der Basis olivschwärzlich, mit dickem, flockigem Ring, faserig, zäh, Basis verdickt, meist mit anderen verbunden. Fleisch: Im Hut dünn, spröde, weißlich bis blassbräunlich, im Stiel zäh. Geruch: Laugenartig Geschmack: Säuerlich herb. Vorsicht! Den rohen Pilz nicht probieren! Der Hallimasch ist roh giftig! Vorkommen: Büschelig an Nadelholz. Befällt lebende und tote Bäume und Wurzrlstöcke! Befallene Bäume sterben in einigen Jahren ab. Von Myzel befallenes Holz leuchtet im Dunkeln (phosphoresziert). Der Pilz wächst von September bis Dezember. Verwechslung: Mit dem unschädlichen sparrigen Schüppling, der aber Laubholz bevorzugt. Das Stockschwämmchen hat einen kahlen Hut, ist essbar und bevorzugt ebenfalls Laubholz. Verwertung: Der Hallimasch ist roh giftig. Nur die Hüte sind essbar, die Stiele sind faserig hart. Man sollte den Hallimasch kurz abkochen und dann das Kochwasser wegschütten.
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Bild oben: Von Hallimasch befallene Fichte. Bild unten: Junge Hallimasch an Wurzel. ![]() |
Grünblättriger SchwefelkopfNematoloma fasciculare, Hypholoma fasciculare, Büscheliger SchwefelkopfUngenießbarWieder ein optisch bezaubernder kleiner bis mittelgroßer, büschelig wachsender Blätterpilz mit schwefelgelbem Hut mit rotbräunlichem Scheitel, schwefelgelben bis grüngelben Lamellen, alt olivbraun werdend, mit schwefelgelben, bitterem Fleisch. Auch ihn haben wir im Nadelwald gefunden. Hut: 3 - 7 cm Durchmesser, schwefelgelb bis gelbgrün mit rotbräunlichem Scheitel. Erst halbkugelig gewölbt, dann ausgebreitet, flach gebuckelt, dünnfleischig, kahl, Rand mit bräunlichem Saum behangen. Lamellen: Schwefelgelb, später gelb-grün bis grün-braun, gedrängt, angewachsen. Stiel: 4 - 10 cm lang, 0,4 bis 0,7 vm dick, oben schwefelgelb, zur Basis bräunlich, rostbraun werdend, hohl, faserig. Fleisch: Schwefelgelb unter der Huthaut rostgelb. Geruch: unangenehm, dumpf. Geschmack: Bitter. Vorkommen: Auf totem Holz, das ganze Jahr hindurch von Frühjahr bis Spätherbst. Wert: Giftig, Bauchweh verursachend. Verwechslung: Durch den schwefelgrünlichen Hut und den schwefelgrünlichen Lamellen kaum mit anderen Baumpilzen zu verwechseln. Der graublättrige Schwefelkopf (nur an totem Nadelholz) ist braun mit rotbrauner Mitte. Im Zweifelsfalle vorsichtige Geschmacksprobe nehmen.
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Graublättriger, Rauchblättriger SchwefelkopfHypholoma capnoidesEßbarAuch dieser kleine, büschelig an Nadelholz wachsende Blätterpilz mit gelb- bis orangebräunlichem Hut, blassem, braunem bis dunkelrostbraunem, seidigglattem Stiel, blassgrauen bis vilolettgrauen Lamellen, ist uns im Nadelwald begegnet. Hut: 5 - 8 cm Durchmesser, gewölbt bis gebuckelt, Rand dünnfleischig, blassgelbem Rand und brauner bis rotbrauner Mitte, nackt, kahl. Lamellen: gelblich, dann hellgrau bis violettgrau, gedrängt, angewachsen. Stiel: oben mattgelb, zur Basis hin braun bis dunkelrostbraun, hohl, gleich dick. Fleisch: Im Hut kernig, weißlich, gelblich, im Stiel faserig, holzig. Geruch: geruchlos Geschmack: mild Vorkommen: Oktober bis März, büschelig an totem Nadelholz. Verwechslung: Mit dem ungenießbaren, grünblättrigen Schwefelkopf weniger mit dem Starkriechenden Schwefelkopf, der durch seinen unangenehmen an Spiritus erinnernden Geruch auffällt. Das Stockschwämmchen wächst nur auf Laubholzstrünken. Verwertung: Der graublättrige Schwefelkopf wird gerne in "Waldpilz-Mischungen" verwendet. Wir haben ihn noch nie verwendet.
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Keulenpilze (Clavariaceae) |
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Goldgelbe KoralleClavaria (Ramaria) aurea, Ziegenbart, Geißbart, Judenbart, Bärentatzeoder Orangegelbe Koralle ?Clavaria aureaoder Zitronengelbe Koralle ?Clavaria flavaEssbarFällt ein Sonnestrahl bis auf den Boden im dichten Nadelwald ist auch dieser mittelgroße, ästig verzweigte Pilz ein "Hingucker". Sein orangegelber - goldgelber Fruchtkörper (das ist hier die Frage), mit schlanken Endästen bildet ein bizarres Bild. Fruchtkörper: 6 - 15 cm hoch, korallenförmig verästelt, goldgelb (orangegelb - zitronengelb) mit weißem Strunk. Bei der Zitronengelben- und Goldgelben-Koralle brüchig, bei der Orangegelben-Koralle "weniger" brüchig. Fleisch: weißlich, spröde, brüchig, jung mild, alt bitter, am wohlschmeckendsten ist der Strunk. Vorkommen: in Laub- und Nadelwald Verwechslungsmöglichkeit: mit der Bauchwehkoralle (Ramaria pallida, Blasse Koralle) Meine Menung: Da die Verwechslungsmöglichkeit groß ist - Finger weg! |
Bilder oben: junge Korallen, bei uns Ziegenbart genannt, vermutlich Orangengelbe Koralle. |
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