Volaille de Bresse - Bressehuhn
Frankreichs edelstes Geflügel kommt aus der Bresse. ( Eine Region in Frankreich ).
Wenn es besonders edel ist hat es den "Label Rouge". Das garantiert dem Verbraucher beste Qualität, und dem Huhn ein artgerechtes Leben. Nach 35 Lebenstagen kommt es auf die grüne Wiese und darf dort 10 Quadratmeter für sich beanspruchen.
Das Bresse Huhn hat seit 1957 ein Appelation d'Origine Contrôlée. Also eine kontrollierte und Garantierte Herkunftsbezeichnung. Das Label Rouge garantiert zudem (unter anderem) dass das Bresse Huhn mindestens 75% Getreide und keine tierischen Fette und kein Tiermehl im Futter hat.
Der vergleichsweise hohe Preis für ein Bressehuhn erklärt sich aus dem „luxuriösen“ Leben, das so ein Huhn hat:
Bereits im Alter von einem Monat steht ihm 10 Quadratmeter Wiese zu. Vergleichen sie das mal mit der Bürofläche, die einem normalen Angestellten zusteht!
Als Poulet (also das „gewöhnliche“ Huhn) darf es diese Freiheit auf der grünen Wiese neun Wochen genießen. Wobei sie sich beileibe nicht von Gras und Regenwürmern ernähren muss! Ihr wird köstlicher Mais in Milch eingeweicht serviert! Als Poularde geht es ihr noch besser, da darf sie dieses angenehme Leben 11 Wochen führen. Der Kapaun hat sogar 23 Wochen Auslauf.
Die Tiere dürfen ausschließlich mit regional angebautem Mais oder Buchweizen gefüttert werden. Um etwas Fett anzusetzen wird 10 bis 15 Tage vor der Schlachtung eine spezielle Mast durchgeführt. Bei der Endmast wird das Futter mit Mais und Milch ergänzt, um die Marmorierung und die Zartheit des Fleisches nochmal zu steigern.
Poulet de Bresse
Das Hühnchen aus der Bresse kommt vom männlichen oder weiblichen Küken der Rasse „Gauloise de Bresse“.
Es wird mit Korn, Getreide und Mais ernährt, das nur aus der Bresse kommen darf. Außerdem mit Milchprodukten (entrahmte Milch, Buttermilch). Zusätzlich nimmt es im Freiland (10 Quadratmeter pro Huhn) Gras, Würmer, Insekten … auf. Nach 4 Monaten wird die Mast 10 Tage im sogenannten Spinett abgeschlossen.
Ausgenommen und bratfertig wiegt das Poulet de Bresse mindestens 1,2 kg.
Kennzeichnung:
Ring am linken Fuß mit Name und Adresse des Züchters.
Siegel am Halsansatz mit dem Namen des zugelassenen Schlachthauses
Spezialetikett Poulet de Bresse
Zusätzliche Unterscheidung:
Prêt-à-cuire – ausgenommen, ohne Innereien, ohne Hals und ohne Füße
2010 – etwa 11,95 Euro per kg
Effilé – Ausgenommen (ohne Därme) aber mit allen Innereien, also auch Leber, Galle, Magen, Nieren u.s.w.) und mit Kopf, Hals, Füßen.
2010 – etwa 9,50 Euro pro kg.
Bei dem Exemplar, das wir gekauft haben blieben von einem 1,36 kg schweren Poulet noch 915 Gramm übrig. Hat man keine Verwendung für Hals und Magen ist es günstiger, das Poulet prêt-à-cuire zu kaufen.
Poularde de Bresse
Das Masthühnchen aus der Bresse kommt ausschließlich vom weiblichen Küken der Rasse „Gauloise de Bresse“.
Es wird mit Korn, Getreide und Mais ernährt, das nur aus der Bresse kommen darf. Außerdem mit Milchprodukten (entrahmte Milch, Buttermilch). Zusätzlich nimmt es im Freiland (10 Quadratmeter pro Masthuhn) Gras, Würmer, Insekten … auf. Nach 5 Monaten hat es noch kein Ei gelegt. Dann wird die Mast 10 Tage im sogenannten Spinett abgeschlossen.
Ausgenommen und bratfertig wiegt die Poularde de Bresse mindestens 1,8 kg.
Kennzeichnung:
Ring am linken Fuß mit Name und Adresse des Züchters.
Siegel am Halsansatz mit dem Namen des zugelassenen Schlachthauses
Spezialetikett Poularde de Bresse
Mit einem Siegel: entweder (blau) „Poularde de Bresse“ oder wenn eingewickelt : (rot) Poularde de Bresse Roulee.
Chapon de Bresse
Der Kapaun aus der Bresse kommt ausschließlich vom männlichen Küken der Rasse „Gauloise de Bresse“.
Er wird mit Korn, Getreide und Mais ernährt, das nur aus der Bresse kommen darf. Außerdem mit Milchprodukten (entrahmte Milch, Buttermilch). Zusätzlich nimmt es im Freiland (20 Quadratmeter pro Kapaun) Gras, Würmer, Insekten … auf. Nach 8 Monaten wird die Mast 4 Wochen im sogenannten Spinett abgeschlossen.
Der Chapon de Bresse wird ausschließlich ausgenommen und in ein Leinenkorsett eingewickelt verkauft. Bratfertig wiegt der Chapon de Bresse mindestens 3 kg.
Kennzeichnung:
Ring am linken Fuß mit Name und Adresse des Züchters.
Siegel am Halsansatz mit dem Namen des zugelassenen Schlachthauses
Spezialetikett Chapon de Bresse
Mit einem Siegel: (rot) Chapon de Bresse.
Ein echtes Bressehuhn bekommt beim Verkauf ein blau-weiß-rotes Gütesiegel und wird nicht nur in Frankreich sondern auch in Deutschland mit Kopf und Füßen verkauft. Denn das Bressehuhn ist mit seinem roten Kamm, dem weißen Gefieder und den blauen Füßen als echter Franzose ganz in den französischen Nationalfarben gekleidet. Vor allem an den blauen Füßen erkennt der Kenner das echte Bressehuhn.
Vor dem Verkauf erhält der Kapaun (Chapon) noch eine besondere Behandlung. Nach behutsamen Rupfen wird er in Milch gebadet und dann in Leinen eingenäht. Einst diente das der Konservierung, heute geht es um die Schönheit. Wenn nach zwei Tagen das Gewand fällt ist der Kapaun bereit für den großen Auftritt. Kurz vor Weihnachten ruft die Bresse zum Concours des Volailles "Les Glorieuses". Dann werden in Louhans, Pont-de-Vaux, Montrevel und Bourg-en-Bresse die besten Kapaune und Poularden aus der Bresse gekürt. Seit 1862 beäugen strenge Richter die präsentierten Kapaune und Poularden. Dabei geht es für die Züchter nicht nur um die Ehre. Wer eine Auszeichnung erringt, erhält auch den Lohn für seine Mühen.
Wer eine solche Kostbarkeit nach Hause trägt, sollte ihm auch in der Küche die angemessene Achtung erweisen. Der Ruhm des "Volaille de Bresse" gründet auf dem zarten, schmackhaften, mit feinem Fett durchzogenen Fleisch. Am Besten kommt es zur Geltung, wenn man den Vogel einfach langsam im Ofen brät, wobei man ihn häufig mit seinem eigenen Saft begießt, damit er auf keinen Fall austrocknet. Berühmt ist das Fricassée à la crème. Dabei wird das in Stücke zerlegte Poulet in Butter angebraten und in Sahne gegart.
Ein Pfingstmontag in Louhans
Louhans 24.Mai 2010 Pfingst-Montag
Da wir schon mit großem Andrang in Louhans gerechnet hatten, haben wir das Frühstück ausfallen lassen und sind bereits um 8:00 Uhr nach Louhans aufgebrochen. Schon am Ortsrand von Louhans fielen uns die vielen, am Straßenrand geparkten Autos auf. Aber wir haben uns munter in das Chaos gestürzt! Die Haupt-Parkplätze bereits brechend voll. Wer französische Verhältnisse kennt, weiß was das bedeutet. Nur mit äußerster Konzentration und Fahrgeschick gelang es mir dann an das andere Ende der Stadt zu kommen. Um viele Ecken herum fanden wir eine Möglichkeit, das Auto am Straßenrand abzustellen, wobei die Hälfte des Bürgersteiges blockiert wurde. Eine Parkmöglichkeit, die in Frankreich ganz „normal“ ist. Als wir später zurück kamen, waren weitere zwei Kilometer zugeparkt – die Autos teilweise vollständig auf dem Bürgersteig, so dass die Menschenmassen sich auf der Fahrbahn Richtung Innenstadt wälzten und den Verkehr fast zum Erliegen brachten.
Ein Markttag (immer Montags) in Louhans ist eine vielfältige Angelegenheit. Der „Markt“ verteilt sich über die gesamte Altstadt. Man sollte sich beim „Office de Tourisme“ einen Plan besorgen – überschrieben mit „Un Lundi à Louhans. Kommt man aus Richtung Dijon, Chalon auf der N78 nach Louhans, findet man an einem normalen Tag gleich hinter der Brücke über die Seille linker Hand einen großen Parkplatz am Fluss. Gleich gegenüber beginnt die „Grande Rue“ mit den Arkaden links und rechts. Am Ende dieser Straße befindet sich das Office de Tourisme.
An einem Markttag ist auf der „Grande Rue“ der allgemeine Trödelmarkt (Marché tout commerce). Um die Kirche herum sind die Stände mit Gemüse und Lebensmittel aller Arten aufgebaut (Marché alimentaire). Schinken, Käse und etliche Hähnchengrille von teilweise gigantischen Ausmaßen.
An einem Pfingstmontag ist der Markt natürlich noch durch einen Rummelplatz ergänzt. Hat man den Rummelplatz erst mal entdeckt, ist es zum Marché agricole nicht mehr weit. Bald kommen einem froh lächelnde Menschen mit Pappkartons entgegen, die Löcher haben (die Pappkartons) und in denen irgend ein Lebewesen zappelt. Der Platz ist nicht geteert, an einem sonnig-heißen Tag liegt Staub in der Luft und bald auch der typische Geruch nach Hühner-Haltung.
Zu Beginn findet man auch gleich die Hühnerkäfige. Wir wussten ja nicht, was uns erwartet und waren leicht überrascht, dass es bei diesem Markt fast ausschließlich um lebende Tiere geht. Am Anfang waren die Stände und Käfige mit den Küken. Küken aller Rassen! Dann wurden die angebotenen Hühner immer größer (alle Rassen) also nicht nur das typische Bressehuhn. Zwischendurch bereits Perlhühner, Truthähne, Wachteln. Weiter hinten kamen dann Enten hinzu. Noch weiter hinten wurden dann Kaninchen angeboten. Zwischen den „Großanbietern“ einzelne Bauern, die jeweils nur ein, zwei, drei Tiere anzubieten hatten. Weiter hinten wurde die Palette immer größer. Nicht nur seltene Hühnerrassen, auch Zuchthasen, Meerschweinchen, Tauben, Kanarienvögel, Zicklein … das gesamte (Nutz)Tierreich war vertreten. Immer wieder Menschen, die einen Karton mit einem oder mehreren Tieren abgeschleppt haben. Da waren Erwachsene, die sich ein paar Bresse-Hühner zur Mast geholt haben, aber auch Kinder, die mit glänzenden Augen ein kuscheliges Häschen, ein Hündchen oder ein Kätzchen im Karton vor sich her trugen.
Wir haben fleißig Fotos von den angebotenen Bressehühnern und sonstigen Rassen gemacht. Auf einigen Käfigen waren Hähne angebunden, die teilweise sehr imposant ausschauten. Fotos zu machen war nicht einfach, kaum hatte man das Objekt angepeilt, schob sich schon der nächste Besucher vor die Linse!
Wir hatten eigentlich auf eine große Auswahl an geschlachteten Bressehühnern gehofft. Aber nur im „hintersten Winkel“ des Marktes, kurz vor der Halle – in der auch Pferde verkauft werden) waren zwei Verkaufswägen, die geschlachtete Poulets anboten. Die Poulets wurden als Effilé angeboten. Das heißt – ausgenommen (ohne Därme) aber mit allen Innereien, also auch Leber, Galle, Magen, Nieren u.s.w.) und mit Kopf, Hals, Füßen. Um unsere Bildergalerie um diese Version zu ergänzen haben wir ein solches Poulet gekauft. Allerdings habe ich das hinterher bereut! Meine Frau hat ja Erfahrung mit dem Ausnehmen von Hühnern! Sie hat mir nur kurz einen Tipp gegeben, wie ich anfangen soll, dann hat sie schnell den Schauplatz verlassen. Ich habe es geschafft, das Poulet auszunehmen, würde es aber nie wieder machen.
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