Ansetzen der Natronlauge:
Natriumhydroxid gibt es in der Apotheke.
Man gibt in eine hitzefeste Glasschüssel zuerst das kalte Wasser,
danach (!) die Chemikalie, und löst sie unter gelegentlichem Rühren
auf. Am Besten mit einen Schneebesen aus Edelstahl. Beim Auflösen
wird die Flüssigkeit leicht milchig-trüb und erhitzt sich. Deshalb
ist eine feuerfeste Glasschüssel geeignet. Diesen Vorgang am Besten
im Freien durchführen, Gummihandschuhe, Schutzbrille und alte Kleidung
tragen. Die Lauge löst organische Stoffe wie Haut und Kleidung auf!
Die flüssige Lauge kann in einem verschlossenen Glas aufbewahrt und
noch mehrmals verwendet werden. Aus Sicherheitsgründen sollte das
Glas deutlich beschriftet, Kindersicher und fern von Getränken gelagert
werden.
Zubereitung der Brezeln:
Ansetzen des Teiges :
Das Mehl in eine Backschüssel sieben. Eine Mulde
hinein drücken, die Hefe hineinbröckeln, den Zucker darüber
streuen, 100 ml lauwarmes Wasser zugeben, Mehl von der Seite darüber
stäuben und 15 Minuten gehen lassen.
Dann die weiche Butter dazugeben und mit der
lauwarmen Milch zu einem festen, geschmeidigen Teig kneten. 30 Minuten
gehen lassen. Nur so viel Milch zugeben, dass ein fester, geschmeidiger Teig entsteht, der sich beim Kneten mit der Küchenmaschine glatt von der Schüsselwand ablöst. Eventuell noch Mehl zugeben.
Dann das Salz dazugeben, nochmals schlagen und wieder 30 Minuten gehen lassen. Der Teig wird durch das mehrmalige schlagen geschmeidiger!
Formen und trocknen der Brezeln :
Den Teig in 12 Teile teilen. Die Teigstücke nochmals
durchkneten. Für die schwäbischen Laugenbrezeln rollt man ein
Teigstück mit den Händen zu einem etwa 60 bis 80 cm langen Strang,
der in der Mitte etwas dicker an den Enden jedoch besonders dünn ist. Im Gegensatz zu bayerischen Brezeln haben die schwäbischen
Brezeln ganz dünne "Ärmchen". Dann formt man die Brezeln
daraus. Der Teig sollte dabei nicht zu warm oder zu locker sein, da der
Strang beim Rollen sonst leicht reißt. Wie rechts im Bild zu sehen - Das Backbrett darf nicht bemehlt sein, sonst läßt sich der Teigling nicht rollen sondern rutscht nur hin und her. Klebt der Teigling auf dem unbemehlten Brett fest, ist der Teig zu weich - dann noch etwas Mehl darunter kneten und noch mal gehen lassen.
Die Brezeln kommen nun ohne Abdeckung für etwa eine
Stunde in den Kühlschrank. Dabei bildet sich eine Haut auf dem Teig,
welche die Lauge besser annimmt und später für eine schöne,
glänzende Oberfläche sorgt.
Laugen der Brezeln :
Dann werden die Brezeln gelaugt. Das macht man am besten
mit Handschuhen aus Gummi oder Plastik (Haushaltshandschuhe).
Beachten Sie nebenstehende Warnhinweise! Ohne Handschuhe wird einem von
einer 3%igen NaOH-Lösung zwar nicht sofort die Haut von den Händen
gefressen, aber wenn man kleine Wunden hat, kann es ganz schön brennen.
ACHTUNG auf die Augen, bei Kontakt sofort mit viel Wasser spülen.
Die Teigstücke sollten für etwa 20 - 30 Sekunden
im Laugenbad bleiben, wobei die Brezel gewendet wird, damit die Lauge
alle Seiten der Brezel erreicht. Die Methode, die Brezeln mit einem Pinsel
mit der Brezellauge zu bestreichen, ist nicht besonders wirkungsvoll,
die Oberfläche wird unregelmäßig gelaugt.
Backen der Brezeln :
Nach dem Laugen gibt man die Brezeln auf ein mit Backpapier
belegtes Backblech und schneidet sie mit einem scharfen Messer an der
dicken Mitte längs, etwa bis zur Mitte ein. Zum Schluss wird das
grobe Brezelsalz darüber gestreut.
Die Brezeln kommen nun bei 180 Grad für etwa 15-20
Minuten in den Backofen, je nach gewünschtem Bräunungsgrad.
Schwäbische Brezg oder bayerische Berz'n?
Für "Nordlichter" mag das unerheblich
sein, wer es aber "genau wissen" möchte - dem kann geholfen
werden. Optischer Unterschied ist zunächst der "Ausbund".
Vor dem Backen wird in den Bauch der Brezel eine Längsritze eingeschnitten,
die dann beim Backen zum Ausbund aufreißt. Bei der
schwäbischen Brezg müssen die "Ärmchen" schön
knusprig, der Bauch der Brezg jedoch noch weich sein. Bei der bayerischen
Brez'n müssen alle Teile ausgebacken sein. Beim dritten Versuch sind uns alle Merkmale der schwäbischen Brezg gelungen. Der Ausbund könnte zwar noch deutlicher sein, aber die dünnen knusprigen Ärmchen und der weiche Bauch waren perfekt. Damit die Laugenbrezel groß genug und die Ärmchen dünn genug werden, sollte das Teigstück mindestens auf 70 cm ausgerollt werden.
Warum machen die Schwaben so einen Wirbel um ihre Brezen?
Den "Nordlichtern" sei hier ein Spruch des
ehemaligen Stuttgarter Oberbürgermeister Manfred Rommel zitiert :
"Der Schwaben Klugheit ist kein Rätsel,
die Lösung heißt: die Laugenbrezel.
Schon trocken gibt dem Hirn sie Kraft,
mit Butter wirkt sie fabelhaft,
erleuchtet mit der Weisheit Fackel
noch das Gehirn vom größten Dackel!"
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Natriumhydroxid

Bild oben: Der Hefeteig ist zu weich, er klebt noch an der Schüssel. Esslöffelweise Mehl zugeben!

Bild oben: Der Hefeteig hat die richtige Konsistenz., er löst sich glatt von der Schüsselwand ab.

Teigstück für schwäbische Laugenbrezel

geformte schwäbische Laugenbrezel
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